Nervige Cookie-Banner im Browser: Darum könnten diese bald verschwinden

Wien - Cookies erleichtern das Surfen im Netz. Das Zustimmen dieser auf jeder Webseite kann ganz schön nervig sein. Die europäische Datenschutzorganisation Noyb hat nun ein technisches Konzept für Web-Browser vorgelegt, das die umstrittenen Cookie-Banner überflüssig machen würde.

Beim Surfen im Netz kommt man an den Cookie-Bannern nicht vorbei. Mit der leckeren Süßspeise haben diese allerdings nichts zu tun.
Beim Surfen im Netz kommt man an den Cookie-Bannern nicht vorbei. Mit der leckeren Süßspeise haben diese allerdings nichts zu tun.  © 123RF/joruba

Zusammen mit der Wirtschaftsuniversität Wien veröffentlichte der Verein am Montag die technischen Details eines automatischen Browser-Signals, mit dem die Anwender festlegen können, welche Cookies sie akzeptieren wollen und welche nicht - und das ohne ein Cookie-Banner.

"Unsere Lösung zeigt, dass eine nutzerfreundliche europäische Lösung für Datenschutzeinstellungen leicht umsetzbar ist", sagte der Vorsitzende von Noyb, Max Schrems, der Deutschen Presse-Agentur.

Cookies sind kleine Datensätze, die Webseiten hinterlegen, um die Nutzer identifizierbar zu machen.

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Mit ihrer Hilfe können individuelle Profile erstellt werden, die weitreichende Rückschlüsse über Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten zulassen.

Dieses Wissen wird dann etwa für personalisierte Werbung herangezogen.

Cookies nur mit Anbietern teilen, die man unterstützen möchte

Klick und Klick und Klick: Cookie-Banner benötigen auf fast jeder Webseite eine Zustimmung.
Klick und Klick und Klick: Cookie-Banner benötigen auf fast jeder Webseite eine Zustimmung.  © Lino Mirgeler/dpa

Das nun vorgeschlagene System mit dem Namen "Advanced Data Protection Control" (ADPC) ist Teil einer breiter angelegten Kampagne von Noyb gegen Cookie-Banner, die in ihrer jetzigen Form nach Einschätzung des Vereins in der Regel rechtswidrig eine Zustimmung zum Tracking einfordern.

ADPC soll im Gegensatz zu Ansätzen von Google und anderen Browser-Anbietern aus den USA viel differenziertere Möglichkeiten zur Einwilligung und Ablehnung bieten.

So sollen die Anwenderinnen und Anwender in der Lage sein, spezifische Einwilligungen für bestimmte Webseiten vorzunehmen.

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Denkbar sei auch, bestimmte Inhalteanbieter generell zu bevorzugen. "Viele Nutzer sind vermutlich bereit, mit Qualitätsmedien etwas mehr Daten zu teilen, aber wollen aber ihre Daten nicht an Hunderte externe Tracking-Firmen geben", sagte Schrems.

Mit ADPC könne etwa ein Zeitungsverband eine Liste bewerben, mit der gewisse Daten durch Qualitätsmedien automatisch verarbeitet werden dürften. "Der Nutzer kann damit mit einem Klick gewisse Gruppen unterstützen."

Firefox-Browser unterstützen neue Cookie-Lösung bereits

Der Name der digitalen Cookies (deutsch: Keks) steht als Verbildlichung für die geforderten Daten-Krümel.
Der Name der digitalen Cookies (deutsch: Keks) steht als Verbildlichung für die geforderten Daten-Krümel.  © Lino Mirgeler/dpa

Am Montag stellte die Organisation eine Erweiterung (Plugin) für den Firefox-Browser vor, mit dem das neue Datenschutz-Browser-Signal auf Anwenderseite technisch umgesetzt wird.

Eine Erweiterung für den Chrome-Browser von Google soll in Kürze folgen. Bei dem System müssen aber auch die Webseiten-Anbieter mitspielen.

Noyb demonstriert auf der eigenen Site dataprotectioncontrol.org, wie das Verfahren aussehen kann.

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/joruba, Lino Mirgeler/dpa

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