Mysteriöse Satelliten, mögliche Unfälle und Weltall-Müll? Deutsches Radar erfasst sie!

Köln/Koblenz - Das erste deutsche Weltraumradar zur Erfassung von Weltraumschrott ist in der Nähe von Koblenz eingeweiht worden.

Das Radar "Gestra" ist in zwei Gebäude aufgeteilt und kann Schrott im Weltall erfassen.
Das Radar "Gestra" ist in zwei Gebäude aufgeteilt und kann Schrott im Weltall erfassen.  © Fraunhofer FHR / Jens Fiege /PR

"Nach neuesten Zahlen kreisen heute mehr als 3000 aktive Satelliten um die Erde, und es werden noch deutlich mehr werden", sagte der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), bei der Veranstaltung auf dem Bundeswehrgelände Schmidtenhöhe. 

"Wir müssen genau wissen, wo sich die Satelliten und Zehntausende Weltraumschrott-Objekte zu einem gegebenen Zeitpunkt befinden, um katastrophale Kollisionen verhindern zu können."

Mit dem neuen Radarsystem können Teile ausrangierter Satelliten, Restteile von Raketen und andere Trümmer in Orbithöhen zwischen 200 und 2000 Kilometern im Weltall erkannt werden. 

Betreiber gefährdeter Satelliten können ihre Objekte nach einer Warnung bremsen oder die Flughöhe verändern, um Kollisionen zu vermeiden.

Auch die Internationale Raumstation ISS in rund 400 Kilometern Höhe kann gewarnt werden.

Ansammlung von Weltraumschrott im Zeitverlauf.
Ansammlung von Weltraumschrott im Zeitverlauf.  © A. Brühl, Redaktion: M. Lorenz / dpa

DLR startet Tracking Radar "Gestra" für den Weltraum

Die Vorderseite der Radar-Antenne "Gestra".
Die Vorderseite der Radar-Antenne "Gestra".  © DLR/PR

Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist das German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar (GESTRA) in zwei weißen Containern mit jeweils einer Dachkuppel das "erste in Deutschland entwickelte und gebaute Weltraumüberwachungsradar". 

Es hat 44,5 Millionen Euro gekostet, arbeitet überwiegend alleine ohne Personal und besteht aus jeweils 256 einzeln elektronisch gesteuerten Sende- und Empfangseinheiten. 

Noch ist das System in der Testphase - im ersten Quartal 2021 soll der Normalbetrieb starten.

Titelfoto: DLR/PR

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