Gespräche mit Taliban über Evakuierung weiterer Menschen

Doha - Die USA sind in Kontakt mit den militant-islamistischen Taliban, um nach deren Machtübernahme in Afghanistan weitere Menschen zu evakuieren.

Evakuierte Menschen aus Afghanistan nach ihrer Ankunft Ende August am Washington Dulles International Airport.
Evakuierte Menschen aus Afghanistan nach ihrer Ankunft Ende August am Washington Dulles International Airport.  © Gemunu Amarasinghe/AP/dpa

Ziel sei es, dass weitere Charter-Flüge das Land sicher verlassen könnten, sagte US-Außenminister Antony Blinken (59) am Dienstag bei einem Besuch im Golf-Emirat Katar.

Die Taliban hätten zugesagt, all diejenigen aus Afghanistan ausreisen zu lassen, die Reisedokumente besäßen. "Die internationale Gemeinschaft beobachtet das genau, um zu sehen, ob die Taliban ihre Versprechen einhalten."

Blinken reist nach seinem Stopp in Katar nach Deutschland, wo er den US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz besuchen will.

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Der US-Außenminister lobte die Rolle Katars bei der Evakuierung Zehntausender Schutzsuchender aus Afghanistan in den vergangenen Wochen. Zahlreiche Länder hätten dabei ihre Hilfe angeboten, sagte Blinken. "Aber kein anderes Land hat mehr getan als Katar."

Ihm zufolge wurden mehr als 58.000 Afghanen und Bürger anderer Staaten nach Katar ausgeflogen. Darunter waren auch Deutsche.

Erneut Rufe nach einem Boykott der Fußball-WM

US-Außenminister Antony Blinken (59,r), wird von John Desrocher (l), Botschafter der USA in Katar, und Ibrahim Fakhroo, Direktor für Protokoll des Auswärtigen Amtes in Kabul, am Old Doha Flughafen begrüßt.
US-Außenminister Antony Blinken (59,r), wird von John Desrocher (l), Botschafter der USA in Katar, und Ibrahim Fakhroo, Direktor für Protokoll des Auswärtigen Amtes in Kabul, am Old Doha Flughafen begrüßt.  © Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

Katar, Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022, hatte zuletzt wegen seiner guten Beziehungen zu den militant-islamistischen Taliban in der Kritik gestanden. So wurden in Deutschland erneut Rufe nach einem Boykott der WM laut.

Das reiche Emirat steht auch immer wieder wegen der Menschenrechtslage im Fokus internationaler Kritik. Unter anderem werden die Arbeitsbedingungen für Migranten bemängelt.

Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani zeigte sich nach dem Treffen mit Blinken erneut optimistisch, dass der Flughafen in Kabul "sehr bald" wieder den Betrieb aufnehmen kann. Sein Land habe ein technisches Hilfsteam nach Afghanistan geschickt, erklärte er. Mittlerweile könnten Charter-Flüge wieder landen. Jetzt sollten humanitäre Hilfsflüge als Test beginnen.

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Es gebe jedoch noch kein Abkommen mit den Taliban, wie der Flughafen betrieben werden solle. Den Taliban zufolge wurden Inlandsflüge bereits wieder aufgenommen.

Titelfoto: Gemunu Amarasinghe/AP/dpa

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