Nach Anschlag in Kabul: USA greift IS-Miliz mit Drohnen an

Kabul (Afghanistan) - US-Präsident Joe Biden (78) lässt seinen Worten Taten folgen: Kurz nach dem blutigen Terroranschlag am Flughafen von Kabul drohte er der IS-Miliz mit Rache - keine 48 Stunden später schlägt das US-Militär mit einem örtlichen Ableger zu.

Bei dem Terrorangriff am Flughafen in Kabul waren am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden - darunter 13 US-Soldaten.
Bei dem Terrorangriff am Flughafen in Kabul waren am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden - darunter 13 US-Soldaten.  © Uncredited/Maxar Technologies7ap/dpa

Der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangahar habe "einem Planer" von Isis-K gegolten, teilte das US-Zentralkommando Centcom am Freitagabend (Ortszeit) mit.

"Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet", sagte Sprecher Bill Urban.

Gleichzeitig befürchten die USA einen weiteren Terroranschlag in Kabul.

Coronavirus in NRW: Landes-Inzidenz liegt nun unter Bundesschnitt
Coronavirus Coronavirus in NRW: Landes-Inzidenz liegt nun unter Bundesschnitt

Die US-Botschaft veröffentlichte in der Nacht erneut eine Sicherheitswarnung und rief alle Landsleute dazu auf, die Gegend rund um die Eingangstore zum Flughafen sofort zu verlassen.

Centcom-Sprecher Urban sagte mit Blick auf den Luftangriff: "Wir wissen von keinen zivilen Opfern."

Weitere Einzelheiten gab das Zentralkommando nicht bekannt.

Es war auch nicht klar, ob die angegriffene Person direkt in den blutigen Anschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt verwickelt war.

"Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen!"

Joe Biden (78), US-Präsident, hält inne, als er im Weißen Haus nach dem tödlichen Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul spricht.
Joe Biden (78), US-Präsident, hält inne, als er im Weißen Haus nach dem tödlichen Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul spricht.  © Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Biden (78) hatte nach der blutigen Attacke von Kabul Rache geschworen.

Bei dem Terrorangriff am Flughafen waren am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden - darunter 13 US-Soldaten.

"Wir werden nicht vergeben. Wir werden nicht vergessen. Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen", hatte Biden kurz nach dem Anschlag gesagt.

Schleimige Angelegenheit: Besitzerin gibt Riesenschnecken ins Tierheim, der Grund ist kurios
Tiere Schleimige Angelegenheit: Besitzerin gibt Riesenschnecken ins Tierheim, der Grund ist kurios

Am Freitag bekräftigte seine Sprecherin Jen Psaki (42) die Entschlossenheit des Präsidenten: "Er hat klargemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben."

Sie reagierte damit auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke töten lassen oder vor Gericht stellen wolle. Biden sei über entsprechende Pläne zu möglichen Angriffszielen informiert worden, sagte Psaki.

Lage am Flughafen bleibt weiterhin hochgefährlich

Die Explosion ereignete sich außerhalb des Flughafens, wo Tausende Menschen nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban auf der Evakuierung aus Afghanistan zusammengekommen sind.
Die Explosion ereignete sich außerhalb des Flughafens, wo Tausende Menschen nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban auf der Evakuierung aus Afghanistan zusammengekommen sind.  © Wali Sabawoon/AP/dpa

Die Lage am Flughafen Kabul, wo die US-Luftwaffe ihre Evakuierungsflüge fortsetzt, bleibt unterdessen hochgefährlich.

US-Bürger, die sich am Abbey-Gate, Ost-Gate, Nord-Gate oder New-Ministry-of-Interior-Gate aufhielten, "sollten das Gebiet sofort verlassen", appellierte die US-Botschaft.

Stunden vor der Terrorattacke am Donnerstag hatte sie eine ähnliche Warnung veröffentlicht.

"Die Bedrohung ist akut, sie dauert an. Unsere Truppen sind immer noch in Gefahr", hatte Psaki am Freitag gesagt.

Biden sei bei einem Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam darüber informiert worden, "dass ein weiterer Terroranschlag in Kabul wahrscheinlich ist".

Die kommenden Tage werden nach Angaben des Weißen Hauses die gefährlichsten des Evakuierungseinsatzes sein. Biden hatte am Freitag dennoch betont, dass die USA weiter Menschen ausfliegen würden und es ein "lohnender Einsatz" sei.

Titelfoto: Uncredited/Maxar Technologies7ap/dpa

Mehr zum Thema Afghanistan: