Taliban stellen Schulbesuch für Mädchen ab 7. Klasse in Aussicht

Kabul - Die militant-islamistischen Taliban haben eine Wiedereröffnung weiterführender Schulen für Mädchen ab der 7. Klasse in Aussicht gestellt.

Gibt es für afghanische Mädchen doch noch ein Fünkchen Hoffnung?
Gibt es für afghanische Mädchen doch noch ein Fünkchen Hoffnung?  © Felipe Dana/AP/dpa

Das Bildungsministerium arbeite an einem neuen Verfahren, um es Schülerinnen zu erlauben, ihre Ausbildung fortzusetzen, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag vor Journalisten in Kabul.

Seit der Machtübernahme der Islamisten Mitte August ist der Schulbesuch für Mädchen ab der 7. Klasse untersagt. Die künftigen Regeln zielen nach seiner Darstellung darauf ab, das Bildungsumfeld für Mädchen und Frauen sowie deren täglichen Weg zum Unterricht abzusichern.

Die Regierung hoffe, sich so bald wie möglich dieser "wichtigen Angelegenheit" widmen zu können.

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Wann genau dies geschehen werde, sagte Mudschahid allerdings nicht: "Wir können kein Datum nennen, aber diese Angelegenheit wird in der nahen Zukunft gelöst werden, so Gott will."

Die Taliban hatten weiterführende Schulen vergangene Woche aufgerufen, für Jungen wieder zu öffnen. Alle öffentlichen, privaten und offiziellen religiösen Schulen sowie andere Bildungseinrichtungen im Land sollten den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Schülerinnen waren in der Erklärung nicht erwähnt worden.

Matiullah Ruhani (l.), Sprecher der Taliban für Kundus, wird während eines Telefonats von anderen Taliban und Kindern beobachtet.
Matiullah Ruhani (l.), Sprecher der Taliban für Kundus, wird während eines Telefonats von anderen Taliban und Kindern beobachtet.  © Oliver Weiken/dpa

Auch für Universitäten gelten seit der Machtübernahme der Taliban neue Regeln. Es hieß, Frauen könnten ihre Ausbildung fortsetzen, allerdings nur in von Männern getrennten Klassen und in Verschleierung. Davor wurden Studentinnen und Studenten in gemeinsamen Klassen unterrichtet, es gab keine Kleidungsvorschriften.

Die neuen Maßnahmen stießen international und auch im Land selbst auf harsche Kritik.

Titelfoto: Oliver Weiken/dpa, Felipe Dana/AP/dpa

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