Widerstandskämpfer in Afghanistan: Taliban erleiden schwere Verluste

Kabul (Afghanistan) - Sie wollen sich im eigenen Land nicht einfach ergeben: Widerstandskämpfer im Pandschir-Tal haben den militant-islamistischen Taliban in Afghanistan laut eigenen Angaben schwere Verluste zugefügt.

Das Pandschir-Tal ist die letzte Region, die nach der Einnahme Afghanistans durch die Taliban nicht unter deren Kontrolle steht.
Das Pandschir-Tal ist die letzte Region, die nach der Einnahme Afghanistans durch die Taliban nicht unter deren Kontrolle steht.  © Jalaluddin Sekandar/AP/dpa

Etwa 1000 Islamisten seien in der einzigen Provinz des Landes, die bisher noch nicht von den Taliban komplett kontrolliert wird, nach der Blockade einer Fluchtroute eingeschlossen worden, schrieb der Sprecher der Nationalen Widerstandsfront, Fahim Daschti, am Sonntag entsprechend auf Twitter.

Alle Angreifer seien tot, hätten sich ergeben oder seien gefangen genommen worden, hieß es weiter.

Zudem seien alle Taliban aus dem Bezirk Parjan vertrieben worden. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Der Taliban-Sprecher Bilal Karimi wiederum schrieb auf der Social-Media-Plattform, dass die Islamisten nun fünf der sieben Bezirke der Provinz kontrollierten.

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Am Samstag hatten Bewohner des Tals erklärt, dass Widerstandskämpfer eine Sprengung durchgeführt hätten, um die Hauptroute durch das Tal zu blockieren. So seien vorgerückte Taliban-Kräfte eingeschlossen worden.

Der Plan sei gewesen, diese dann von Positionen auf den Bergen anzugreifen.

Meisten Zivilisten bereits in die Berge geflüchtet

Der bisherige Parlamentarier Sal Mohammed Salmai Noori aus der Provinz Pandschir sagte, dass es Gefechte im Bezirk Schutul und Parjan gebe. Andere Gebiete im Tal seien unter vollständiger Kontrolle des Widerstands.

Die beiden Bezirke liegen jeweils am Anfang und am Ende des Tales. Von einem Bewohner des Bezirkes Schutul hieß es, Taliban-Kämpfer seien in sein Dorf vorgedrungen und hätten mehrere geparkte Autos kaputt geschossen. Die meisten Zivilisten seien bereits davor in die Berge geflüchtet. Die Taliban-Kämpfer seien wieder abgezogen. Unbestätigten Berichten zufolge wurden sie am Weg aus Schutul aus dem Hinterhalt angegriffen.

Taliban veröffentlichten auch ein Video mit Kämpfern vor der Bezirksverwaltung von Schutul. Allerdings liegt diese an der Hauptstraße durch das Tal direkt hinter dem Taleingang, nicht im Zentrum Schutuls. Um dieses zu erreichen, muss man erst mehrere Kilometer lang eine enge Bergstraße hinauf und ins nächste Tal wieder hinunter fahren.

Titelfoto: Jalaluddin Sekandar/AP/dpa

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