Angespannte Lage in Belarus: Militär will weitere Proteste verhindern

Minsk - Vor neuen Massenprotesten in Belarus gegen Machthaber Alexander Lukaschenko haben Hundertschaften von Polizei und Militär das Zentrum der Hauptstadt Minsk unter ihre Kontrolle gebracht.

Dänemark, Kopenhagen: Swetlana Tichanowskaja, Oppositionspolitikerin in Belarus (Weißrussland), spricht bei einer Demonstration.
Dänemark, Kopenhagen: Swetlana Tichanowskaja, Oppositionspolitikerin in Belarus (Weißrussland), spricht bei einer Demonstration.  © Emil Helms/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Bewaffnete Uniformierte in Sturmhauben bezogen unter anderem am Prospekt der Sieger und am Unabhängigkeitsprospekt Stellung, um die neue Sonntagsdemonstration zu verhindern. Erwartet werden Zehntausende Menschen.

Die Behörden sperrten sämtliche Metrostationen im Zentrum, um Ansammlungen von Menschen zu verhindern. Sie schalteten auch das mobile Hochgeschwindigkeitsinternet ab, damit sich die Menschen nicht zu Protesten verabreden können.

"Heute ist ein besonderer Tag", sagte die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja in ihrem Exil in der EU in einer Live-Schalte. Am Sonntag endet ihr Volks-Ultimatum an Lukaschenko.

Die Demokratiebewegung fordert ein Ende der Polizeigewalt, die Freilassung aller politischen Gefangenen und den Rücktritt Lukaschenkos sowie eine Neuwahl. Zwar sind einige Oppositionelle aus dem Gefängnis entlassen, mehr Entgegenkommen ist aber nicht in Sicht.

Deshalb rief Tichanowskaja mit Nachdruck dazu auf, sich an diesem Montag an einem landesweiten Generalstreik zu beteiligen oder einfach zuhause zu bleiben. "Der Weg wird nicht leicht sein." 

Der Kampf gegen Lukaschenko brauche Kraft und Ausdauer, betonte sie.

Minsk: Die belarussische Polizei errichtet eine Straßensperre während einer Protestkundgebung der Opposition gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen.
Minsk: Die belarussische Polizei errichtet eine Straßensperre während einer Protestkundgebung der Opposition gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen.  © Uncredited/AP/dpa

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August kommt es in der Ex-Sowjetrepublik zu Protesten, weil sich Lukaschenko nach 26 Jahren an der Macht mit rund 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ. Den Sieg beansprucht die Demokratiebewegung für Tichanowskaja. Die EU unterstützt Lukaschenkos Gegner und erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Unterstützung hat der 66-Jährige aus Russland.

Titelfoto: Uncredited/AP/dpa

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