11 Jahre Gefängnis wegen Mord an Gorilla - Wilderer liefert merkwürdige Ausrede

Uganda - Angeblich war es Notwehr: Ein Wilderer hat einen vom Aussterben bedrohten Berggorilla getötet und wurde dafür nun zu einer harten Haftstrafe verurteilt.

Solch ein Silberrücken-Gorilla kann bis zu 35 Jahre alt werden, wenn nicht zuvor Wilderer zuschlagen. (Archivbild)
Solch ein Silberrücken-Gorilla kann bis zu 35 Jahre alt werden, wenn nicht zuvor Wilderer zuschlagen. (Archivbild)  © Paul Zinken/dpa

Rafiki war 25 Jahre alt. Der Menschenaffe wurde Anfang Juni tot und mit tiefen Speerwunden im Körper im Bwindi-Impenetrable-Nationalpark im Südwesten Ugandas gefunden. Nun wurde sein Mörder vor Gericht verurteilt. 

Wie die Wildschutzbehörde "Ugandan Wildlife Authority" mitteilt, muss ein Mann namens Byamukama Felix für das Töten des Berggorillas ins Gefängnis.

Der Wilderer wird damit nicht nur für seine Tat an dem vom Aussterben bedrohten Primaten bestraft. Denn er wurde auch noch mit dem Fleisch eines Buschschweins und einer Antilope erwischt. Dafür erwartet ihn nun eine Haftstrafe von insgesamt elf Jahren.

Das Kurioseste an dem Fall war die Ausrede des Verurteilten: Er beteuerte, dass er nach einem Angriff des Gorillas nur aus Notwehr gehandelt hätte. Allerdings hätte er den Nationalpark gar nicht erst betreten und damit auch nicht in die Nähe des Tieres kommen dürfen.

Berggorillas gelten als vom Aussterben bedroht

Die ugandische Wildschutzbehörde begrüßt das Urteil: "Wir sind erleichtert, dass Rafiki Gerechtigkeit widerfahren ist", heißt es in der Pressemeldung.

Der Silberrücken war Anführer einer ganzen Gruppe seiner Artgenossen, umso schwerer wiegt nun sein Verlust. Insbesondere da es weltweit nur noch knapp 1000 Berggorillas gibt.  

Die Population dieser Art des Menschenaffen hatte sich in den letzten Jahren zwar etwas erholt, dennoch gelten sie nach wie vor als vom Aussterben bedroht.

Viele Menschen, die zurzeit illegal Jagd auf die Primaten machen, handeln aber offenbar auch aus Not heraus. Wegen des Coronavirus reisen aktuell keine Touristen nach Uganda und so fehlt vielen Einheimischen Arbeit, Geld und Nahrung.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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