54 Taten! 20 Jahre Haft für Serien-Vergewaltiger

Douai - 30 Jahre lang verbreitete eine Serie von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen in Nordfrankreich und Belgien Schrecken und stellte Ermittler vor ein Rätsel. Nun verurteilte ein Gericht in Douai den Mann zu 20 Jahren Haft, der für einen Großteil der Angriffe verantwortlich sein soll. Insgesamt 54 Mädchen und Frauen hat er nach demnach attackiert.

Eine Gerichtsskizze zeigt den Vergewaltiger bei der Eröffnung seines Prozesses.
Eine Gerichtsskizze zeigt den Vergewaltiger bei der Eröffnung seines Prozesses.  © dpa/Benoit Peyrucq

Die Taten liefen dabei stets nach dem gleichen Schema ab und ereigneten sich allesamt in einem Radius von nur 30 Kilometern im Tal der Sambre im französisch-belgischen Grenzgebiet. Im Morgengrauen im Herbst oder Winter wurden die Opfer von hinten angegriffen, mit einem Seil oder dem Arm gewürgt, bedroht und vergewaltigt.

"Sie haben mich leblos zurückgelassen, halb entkleidet, bei kalten Temperaturen. Ich dachte, ich sterbe", schleuderte eine Frau, die mit 15 Jahren Opfer wurde, dem nun Verurteilten im Prozess entgegen.

Gezielt soll der mittlerweile 61-jährige Mann für seine Gräueltaten in die Nähe von Schulen und Krankenhäusern gefahren sein, weil Frauen dort früh zur Arbeit gingen. Auch Frauen, die nach der Abfahrt ihrer Männer zum Dienst alleine zu Hause blieben, suchte er wohl auf.

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Obwohl die Ermittler bei der Vergewaltigungsserie zwischen 1988 und 2018 gleiche Sperma-Spuren fanden, gelang es ihnen lange nicht, den Täter zu identifizieren. Opfer, die ihren Peiniger gesehen hatten, beschrieben ein gewöhnliches Aussehen.

In den 1990er Jahren veröffentlichten französische Behörden Fahndungsbilder, doch die Suche nach dem "durchschnittlichen Mann" blieb erfolglos und der sogenannte Vergewaltiger der Sambre unentdeckt.

Erst 2018 flog der Täter nach einem sexuellen Angriff auf ein Mädchen in Belgien auf. Eine Videoüberwachung nahe des Tatorts filmte sein Nummernschild und französische Ermittler stellten fest, dass der Nutzer des Wagens den Fahndungsbildern ähnelte.

Titelfoto: dpa/Benoit Peyrucq

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