"Abnormale Ästhetik?": China verbannt "feminine Männer" aus dem Fernsehen

Peking - Radikaler Schritt: Chinas Regierung hat feminin aussehende Männer aus dem Fernsehen verbannt.

Das chinesische Fernsehen soll keine Personen mehr zeigen, "deren politische Ansichten inkorrekt sind". Dazu gehören offenbar auch Männer, die etwas feminin wirken.
Das chinesische Fernsehen soll keine Personen mehr zeigen, "deren politische Ansichten inkorrekt sind". Dazu gehören offenbar auch Männer, die etwas feminin wirken.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Die staatliche Fernseh- und Radioverwaltung (NRTA) in Peking hat TV-Anbieter am Donnerstag aufgefordert, keine männlichen Darsteller "mit einem weiblichen Stil und andere abnormale Ästhetik" zu zeigen.

Die Anweisung wendet sich offenbar gegen einen Trend zu einem eher weiblichen oder androgynen Aussehen von Sängern oder Schauspielern, der von Südkorea und Japan nach China überschwappt.

Die Fernsehstationen sollten sich an "politische Qualität, moralischen Charakter und künstlerische Standards als Auswahlkriterien" halten.

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Auf keinen Fall dürften Personen gezeigt werden, "deren politische Ansichten inkorrekt sind". Es solle ein "patriotischer, tugendhafter und künstlerischer Ethos" in der Unterhaltungsindustrie geschaffen werden.

Die neuen Anweisungen erfolgten im Rahmen einer neuen Regulierung der Unterhaltungsbranche und einer als "chaotisch" empfundenen, kommerzialisierten Fan-Kultur in China.

Hintergrund sind auch einige Skandale um chinesische Stars sowie die von Staats- und Parteichef Xi Jinping (68) betriebene "nationale Erneuerung" und Ideologisierung der Gesellschaft.

Titelfoto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

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