Alkoholismus auf Russlands Straßen: Wie ein neues Gesetz Abhilfe schaffen soll

Moskau - Alkohol du böser Geist...! Klischeehaft verbinden viele Russland automatisch mit Alkohol, doch der Pro-Kopf-Konsum sank in den vergangenen kontinuierlich. Dennoch ist Alkoholismus im größten Land der Welt - gerade im öffentlichen Bereich - weiterhin ein Problem. Ein neues Gesetz will dem nun Abhilfe schaffen.

Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit stellt Russland vor viele Probleme.
Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit stellt Russland vor viele Probleme.  © picture alliance /Daniel Reinhardt/dpa

Das russische Parlament hat am Dienstag ein Gesetzt verabschiedet, mit dessen Hilfe sturzbetrunkene Russen künftig in staatlich finanzierte Ausnüchterungszellen untergebracht werden können.

Mit dem neuen Gesetz können die Regionen in Russland nun offiziell Einrichtungen für Menschen eröffnen, die mit zu viel Alkohol an öffentlichen Orten aufgegriffen werden.

Zwar gebe es bereits in einigen Regionen solche Ausschlafstätten. Diese waren der Regierung zufolge aber gesetzlich nicht geregelt gewesen. Des Weiteren werden die Betroffenen für ihren Aufenthalt in den Ausnüchterungsstationen zur Kasse gebeten.

In der Wodka-Großmacht Russland sterben nach offiziellen Angaben jedes Jahr bis zu 12.000 Betrunkene, weil sie etwa im Winter draußen im berauschten Zustand erfrieren - außerdem steige die Zahl der Straftaten nach Alkoholkonsum.

Alkoholismus im öffentlich Raum stellt ein Problem dar

Der gesetzlichen Neuerung zufolge können Polizisten Betrunkene nun nicht mehr zwingend in Krankenhäuser bringen. Meist benötigen Menschen mit einer leichten oder mittelschweren Alkoholvergiftung auch "keine qualifizierte medizinische Hilfe". So sollen die Gesundheitsausgaben nicht unnötig belastet werden.

Laut russischem Innenministerium waren 2018 mehr als eine Million Betrunkene an öffentlichen Orten aufgegriffen worden. 180.000 von ihnen seien nicht mehr in der Lage gewesen, sich allein zu bewegen.

Die ersten Ausnüchterungszellen entstanden in Russland bereits in den 1930er Jahren.

Titelfoto: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa

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