Alleine unter Hyänen und Schakalen: Junge (4) überlebt wie durch ein Wunder tagelang in der Wildnis

Kenia - Als Ende November ein kleiner Junge in einen Sturm geriet und sich verlief, war sein Dorf in großer Sorge. Denn in dem abgelegenen Gebiet wimmelt es nur so von Raubtieren. Ein Pilot begab sich auf die Suche und fand den Jungen schließlich. Der Kleine überlebte sechs Tage alleine und völlig auf sich gestellt in der afrikanischen Wildnis.

Dieser Vierjährige überlebte wie durch ein Wunder sechs Tage lang in der Wildnis. In der Gegend streifen viele Raubtiere umher und es wütete ein schlimmer Sturm.
Dieser Vierjährige überlebte wie durch ein Wunder sechs Tage lang in der Wildnis. In der Gegend streifen viele Raubtiere umher und es wütete ein schlimmer Sturm.  © Facebook/Sheldrick Wildlife Trust

Für die Bewohner eines kleinen Dorfes am Rande des Tsavo-Nationalparks in Zentral-Kenia muss es eine Zeit des Bangens und Wartens gewesen sein. Am 29. November kehrte ein Vierjähriger nicht nach Hause zurück. Zuvor hütete das Kind, nicht weit von vom Dorf entfernt, gemeinsam mit seinen Brüdern Ziegen. Dann überraschte ein schwerer Sturm die Jungs, sie wurden getrennt.

Sofort begannen die Männer des Dorfes den Kleinen zu suchen, doch vergebens. In seiner Verzweiflung wandte sich der Dorfälteste an die gemeinnützige Organisation Sheldrick Wildlife Trust, die schon länger in der Gegend tätig ist und auch über Flugzeuge verfügt.

Der erfahrene Busch-Pilot Roan Carr-Hartley stieg sofort in sein Flugzeug, mit dem er normalerweise die Elefantenbestände im Nationalpark überwacht, und unterstützte die Suche nach dem verlorenen Kind.

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Aus der Luft hielt der Naturschützer Ausschau, derweil kämmten erfahrene Spurenleser den Boden ab. "Sie selbst waren drei Tage lang auf der Suche nach dem Jungen und ernährten sich nur von Wasser mit vermischter Milch", erinnert sich der Pilot. Die Chancen, den Kleinen lebend zu finden, waren gering.

Das wusste auch Roan: "Nach fast einer Woche heftiger Regenfälle, ohne Nahrung und mit Raubtieren, die in der Gegend umherstreifen, ist es verständlich, dass man die Hoffnung verliert."

Am sechsten Tag der Suche passiert ein Wunder

Endlich gefunden!
Endlich gefunden!  © Facebook/Sheldrick Wildlife Trust

Doch am sechsten Tag passierte ein Wunder. "Von meinem linken Flügel aus sah ich eine winzige Gestalt unter mir, umgeben von einer Masse von Büschen und Bäumen. Ich traute meinen Augen nicht, aber da war er!"

Weil die Spurenleser kein Funkgerät hatten, musste Roan sich etwas überlegen. Er drehte immerfort Runden mit seinem Flugzeug über dem Jungen. "Er duckte sich zunächst vor dem Flugzeug und begann dann, unter Büsche und Bäume zu flüchten. Er war offensichtlich unterzuckert und stolperte beim Gehen", erzählte der Helfer.

Die Männer am Boden sahen das kreisende Flugzeug und eilten zu der Stelle. "Ich öffnete die Tür des Flugzeugs und begann, auf den Jungen zu zeigen." Dann ging alles ganz schnell: Als sie das Kind erreichten, war die Freude übergroß. Sie umarmten ihn und hoben ihn hoch - dann Gesang und Jubelschreie.

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Die bewegende Szene fotografierte der Flieger aus der Luft.

Das Dorf ist überglücklich - der vermisste Junge ist wieder da

Unter Gesang und Jubelschreien trägt die Suchmannschaft den Kleinen nach Hause.
Unter Gesang und Jubelschreien trägt die Suchmannschaft den Kleinen nach Hause.  © Facebook/Sheldrick Wildlife Trust
Tagelang streifte das verzweifelte Kind barfuß in der Wildnis umher - sein Fuß ist Zeuge der Tortur.
Tagelang streifte das verzweifelte Kind barfuß in der Wildnis umher - sein Fuß ist Zeuge der Tortur.  © Facebook/Sheldrick Wildlife Trust
Das Dorf ist überglücklich - der vermisste Junge ist wieder da.
Das Dorf ist überglücklich - der vermisste Junge ist wieder da.  © Facebook/Sheldrick Wildlife Trust

Pilot Roan von der Hilfsorganisation Sheldrick Wildlife Trust fand den Kleinen schließlich

Als Dank überreichten die Dorfältesten Pilot Roan Carr-Hartley eine Ziege - ein sehr kostbares und bedeutungsvolles Geschenk.
Als Dank überreichten die Dorfältesten Pilot Roan Carr-Hartley eine Ziege - ein sehr kostbares und bedeutungsvolles Geschenk.  © Facebook/Sheldrick Wildlife Trust

Zurück im Dorf konnten die Eltern ihr Kind endlich wieder in den Arm nehmen. Er war zwar übersät mit Mückenstichen und Kratzern, doch es geht ihm gut, was angesichts der großen Distanz (knapp 20 Kilometer), die er barfuß zurücklegte, an ein Wunder grenzt.

Als Dank übergaben die Dorfältesten dem Piloten einen Ziegenbock, ein sehr großzügiges und bedeutendes Geschenk, wie der Helfer erklärte. "Sie teilten mir auch mit, dass sie seinem Namen den Zusatz Roan gegeben haben, was mich sehr berührte."

Gemeinsam mit der Ziege stieg der Pilot in sein Flugzeug und begab sich auf dem Heimweg. Doch die Menschen aus dem Dorf werden ihn wohl nie vergessen.

Titelfoto: Montage: Facebook/Sheldrick Wildlife Trust

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