Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro mit Coronavirus infiziert

Brasilien - Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Staatschef am Dienstag nach einem positiven Test in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Brasília mit.

Auf diesem vom brasilianischen Präsidentenamt zur Verfügung gestellten Bild nehmen Ernesto Araujo (l-r), Außenminister von Brasilien, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und Paulo Guedes, brasilianischer Wirtschaftsminister, an einem virtuellen Gipfel des Mercosurs teil.
Auf diesem vom brasilianischen Präsidentenamt zur Verfügung gestellten Bild nehmen Ernesto Araujo (l-r), Außenminister von Brasilien, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und Paulo Guedes, brasilianischer Wirtschaftsminister, an einem virtuellen Gipfel des Mercosurs teil.  © Marcos Correa/Palacio Planalto/dpa

Medienberichten zufolge hatte der Staatschef zuvor Symptome gezeigt: Er habe Fieber und Gliederschmerzen gehabt.

Am Montag trug er entgegen seiner Gewohnheit eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern.

Brasilien ist neben den USA derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 64.867 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird.

Die brasilianische Regierung hat die Pandemie von Anfang an heruntergespielt. Präsident Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus immer wieder als "leichte Grippe" und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen.

Der rechte Staatschef fürchtete die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern.

Auch am Wochenende war Bolsonaro wieder viel unter Menschen, teilweise ohne Maske: Am Samstag nahm er gemeinsam mit mehreren Ministern und einem seiner Söhne an einem Essen anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages in der US-Botschaft teil. Zudem flog er in den Bundesstaat Santa Catarina, um sich nach den schweren Unwettern ein Bild der Lage zu machen.

Jair Bolsonaro (l), Präsident von Brasilien, nimmt an einem Essen anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages in der US-Botschaft teil.
Jair Bolsonaro (l), Präsident von Brasilien, nimmt an einem Essen anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages in der US-Botschaft teil.  © Isac Nóbrega/Palacio Planalto/dpa
Jair Bolsonaro (l) gibt Todd Chapman, dem US-Botschafter in Brasilien, die Hand.
Jair Bolsonaro (l) gibt Todd Chapman, dem US-Botschafter in Brasilien, die Hand.  © Isac Nóbrega/Palacio Planalto/dpa

Im Streit um den richtigen Umfang mit der Pandemie warfen bereits zwei Gesundheitsminister das Handtuch. Zuletzt legte Bolsonaro sein Veto gegen eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen wie Kirchen, Geschäften und Schulen ein.

Zwar haben eine Reihe von Bundesstaaten und Städten auf eigene Faust Schutzmaßnahmen ergriffen, allerdings werden die Einschränkungen an vielen Orten bereits wieder gelockert. In der Millionenmetropole Rio de Janeiro etwa öffneten sogar Restaurants und Bars schon wieder, auf der Strandpromenade an der Copacabana tummeln sich bereits wieder zahlreiche Menschen.

Titelfoto: Marcos Correa/Palacio Planalto/dpa

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