Cummings-Affäre spitzt sich zu: Kann der Berater seine Karriere noch retten?

London - Chefberater Dominic Cummings bekommt weiterhin mächtig Druck in der von ihm selbst ausgelösten Krise. Inzwischen hat auch die frühere Premierministerin Theresa May deutliche Kritik an Cummings geübt.

Dominic Cummings, Leitender Berater des britischen Premiers Boris Johnson, verlässt sein Haus im Norden Londons.
Dominic Cummings, Leitender Berater des britischen Premiers Boris Johnson, verlässt sein Haus im Norden Londons.  © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Er habe den "Geist der Sperrregeln" nicht befolgt, sagte die Vorgängerin von Boris Johnson gegenüber dem Mirror. Sie könne den "Ärger der Öffentlichkeit" sehr gut nachvollziehen.

Die frühere britische Innenministerin Theresa May wurde im Juli 2016 Premierministerin, trat jedoch drei Jahre später von dem Amt zurück, da ihr wiederholt Führungsschwäche vorgeworfen wurde.

"Diese Angelegenheit hat gezeigt, dass es eine Diskrepanz zwischen den einfachen Botschaften der Regierung und den Einzelheiten der vom Parlament verabschiedeten Gesetzgebung gab", sagte May zur Cummings-Affäre.

Chefberater Dominic Cummings muss seit Tagen um seine berufliche Zukunft bangen, seit er die von ihm mit entworfenen Lockdown-Regeln brach, um seine an Corona erkrankte Frau zu besuchen.

Dass Cummings nun vermehrt auch Kritik aus den eigenen Reihen erfährt, macht die Angelegenheit für ihn nicht besser. Im schlimmsten Fall könnte ihn sogar Premier Boris Johnson fallen lassen - dann wäre die Karriere von Dominic Cummings bis auf Weiteres ruiniert.

Letztendlich kann der angeschlagene Chefberater der Tories nur darauf hoffen, dass möglichst früh Gras über die Sache wächst. Ein beschwichtigendes Statement kam kürzlich von einem Experten der WHO:

"Eine meiner größten Sorgen ist, dass der anhaltende Fokus auf Herrn Cummings die wichtigste Aufgabe, die sich mit dem Coronavirus befasst und den Prozess der Lockerung der Sperrmaßnahmen in Gang setzt, beeinträchtigen könnte. Darauf sollten wir uns jetzt konzentrieren", sagte der anonyme Experte dem Mirror.

Weite Teile der Bevölkerung scheinen hingegen nach wie vor nicht bereit zu sein, Cummings zu verzeihen: Mehr als eine Million Menschen haben mittlerweile eine Petition unterzeichnet, in der die Entlassung des Beraters gefordert wird.

Titelfoto: Victoria Jones/PA Wire/dpa

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