Süden Europas in Flammen: Brände in Italien und Griechenland bedrohen auch die Landwirtschaft

Palermo/Athen - In Süditalien bedrohen Waldbrände zunehmend die Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. Auch Athen hat massiv mit Bränden zu kämpfen.

Ein Löschflugzeug ist in der Region Kalabrien im Einsatz. Die Region gehört zu den am stärksten von den Waldbränden betroffenen Regionen. Die Temperaturen liegen teils über 40 Grad Celsius.
Ein Löschflugzeug ist in der Region Kalabrien im Einsatz. Die Region gehört zu den am stärksten von den Waldbränden betroffenen Regionen. Die Temperaturen liegen teils über 40 Grad Celsius.  © Vigili del Fuoco/dpa

"Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände", erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri.

Betroffen seien der Aspromonte Nationalpark im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo.

Federparchi forderte in seiner Mitteilung vom Samstag einen Plan, der das Überwachungs- und Brandschutzsystem verbessere.

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Nahe der kleinen Stadt San Lorenzo am Rande des Aspromonte Nationalparks waren ein Mann und eine Frau im Zusammenhang mit den Waldbränden gestorben, als es auf ihrem Bauernhof brannte, wie die Feuerwehr am Freitag mitgeteilt hatte.

Der Agrarverband Coldiretti warnte in einer Mitteilung am Sonntag vor den Schäden für die Landwirtschaft durch die anhaltende Dürre, vor allem im Süden des Mittelmeerlandes.

Die Ertrag beim Weizen könnte um zehn Prozent zurückgehen, während Experten bei Obstsorten wie Kirschen, Pfirsichen und Nektarinen mit einem Rückgang um teilweise bis zu 50 Prozent - verglichen mit einem normalen Jahr - rechnen.

Feuer auch in Griechenland: Im Norden Athens wird das Ausmaß der Schäden immer deutlicher

Verheerende Waldbrände vernichten weiterhin Tausende von Hektar Waldfläche in ganz Griechenland.
Verheerende Waldbrände vernichten weiterhin Tausende von Hektar Waldfläche in ganz Griechenland.  © Lefteris Partsalis/XinHua/dpa

Der Verband Coldiretti vermutet hinter den Wetterereignissen die Auswirkungen des Klimawandels.

Zehntausende Hektar Wald, Weiden, Tiere und Olivenhaine seien bereits verbrannt.

Der ausbleibende Regen und die Dürre begünstigten zudem die Ausbreitung der Flammen und Brandstiftungen.

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Im Norden Athens wird das Ausmaß der Schäden immer deutlicher. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen sollen mehr als 300 Häuser und Industriebauten verbrannt sein. Schwierigkeiten bereitet auch der Wiederaufbau des Stromnetzes.

"Es wird bis zu 15 Tage dauern, bis der Strom überall wieder fließt", sagte ein Techniker der Elektrizitätsgesellschaft am Sonntagmorgen dem Fernsehsender Skai.

Mindestens 1300 Strommasten seien verbrannt oder beschädigt und müssten ausgetauscht werden. Auch die Wasserversorgung ist noch nicht vollständig wiederhergestellt, betroffen seien unter anderem mehrere nördliche Vororte Athens, berichtete die Tageszeitung "Kathimerini".

Noch gar nicht abzuschätzen ist der ökologische Schaden durch die große Fläche verbrannten Waldes.

Titelfoto: Lefteris Partsalis/XinHua/dpa

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