Deutsche und Tochter in Ghana ermordet: Angeklagter schwänzt Gerichtstermin

Accra (Ghana) - Die Ermittlungen um den gewaltsamen Tod zweier Deutscher aus Niedersachen in Ghana schleppen sich seit Monaten dahin. Doch nun zeichnet sich die Eröffnung eines Mordprozesses ab.

Der Angeklagte erschien am Montag nicht vor Gericht. (Archivbild)
Der Angeklagte erschien am Montag nicht vor Gericht. (Archivbild)  © David Adadevoh/dpa

Untersuchungsrichter Ruby Ntiri Opoku ordnete am Montag im Amtsgericht Weija unweit der Hauptstadt Accra zwar erst einmal einen neuen Gerichtstermin für den 30. August an. Der leitende Chefermittler, Inspektor Frazier Nutakor, erklärte dem Gericht am Montag jedoch, dass die Generalstaatsanwaltschaft nun grünes Licht gegeben hat für die Erhebung einer Anklage.

Nach Abschluss aller Prüfungen wird der Fall vom Oberstaatsanwalt dann an ein übergeordnetes Gericht weitergeleitet.

Der wegen Mordes angeklagte 43-Jährige - der am Montag nicht im Gericht erschienen war - hat nach Überzeugung der Ermittler seine deutsche Freundin und deren 13-jährige Tochter in dem nahe Accra gelegenen Küstenort Kokrobite ermordet.

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Beide waren Anfang 2020 in das Land gezogen und im Oktober dann tot aufgefunden worden. Der Angeklagte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Ihre Leichen hatte der Mann nach Angaben von Polizeisprecherin Effia Tenge auf dem Wohngelände verscharrt. Nachbarn hatten die Polizei aufgrund eines starken Gestanks und der langen Abwesenheit der Frau und ihrer Tochter benachrichtigt.

Frau lernte den Angeklagten übers Internet kennen

Laut Chefermittler Nutakor erachtet die Generalstaatsanwaltschaft die im Polizeikrankenhaus von Accra durchgeführte Autopsie als ein wichtiges Beweismittel im demnächst beginnenden Mordprozess. Nach Angaben der Polizeisprecherin waren die Leichen anschließend in einem Krematorium verbrannt und ihre Asche zur Beisetzung nach Deutschland geflogen worden.

Im Oktober hatte Tenge nach Angaben örtlicher Medien erklärt, der Mann habe die Tat gestanden. Er habe seine Freundin demnach während eines Streits mit einem Hammer erschlagen, die Tochter erwürgt und beide in seinem Garten begraben.

Laut Bild-Zeitung stammt die Arzthelferin aus Bodenburg bei Hildesheim in Niedersachsen. Sie hatte den aus dem Nachbarland Burkina Faso stammenden Schmuckhersteller übers Internet kennengelernt.

Titelfoto: David Adadevoh/dpa

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