Deutscher Forscher und seine Tochter in Paraguay getötet: Polizei schnappt Verdächtigen

Areguá (Paraguay)/München - Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Raubmord an einem deutschen Forscher und seiner Tochter in Paraguay hat die Polizei des südamerikanischen Landes einen vierten Verdächtigen festgenommen.

Die Tat ereignete sich mutmaßlich im Haus des Archäologen, Musikers und Geigenbauers. Er war zusammen mit seiner Tochter getötet worden.
Die Tat ereignete sich mutmaßlich im Haus des Archäologen, Musikers und Geigenbauers. Er war zusammen mit seiner Tochter getötet worden.  © Jorge Saenz/AP/dpa

Es handele sich um einen Anwalt, der das Opfer lange Zeit juristisch beraten habe, sagte der Leiter des Morddezernats der Nationalpolizei, Hugo Grance, am Mittwoch (Ortszeit) dem Radiosender Monumental. Das Haus des 46-Jährigen und das seiner Mutter seien entsprechend auf Anordnung der Staatsanwaltschaft schon durchsucht worden.

Dabei wurden laut örtlichen Medienberichten auch Dokumente gefunden, auf denen die Unterschrift des Deutschen gefälscht worden war.

Dem Juristen sei schon vor Jahren die Lizenz entzogen worden, sagte Kommissar Grance. Er sei dadurch aufgefallen, dass er sich nach dem Mord der Familie des Opfers sehr hartnäckig als Berater aufgedrängt habe, obwohl er gar nicht mehr als Anwalt habe praktizieren dürfen. Was ihm konkret vorgeworfen wird, wurde bislang nicht bekannt.

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Die Leichen des 62-jährigen Deutschen und des 14 Jahre alten Mädchens waren am 22. Oktober dieses Jahres im Haus der Familie nahe Areguá, das rund 30 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Asunción liegt, entdeckt worden.

Beide Opfer starben laut Rechtsmedizinern durch Schüsse.

Drei Deutsche im Zusammenhang mit der Tat bereits als Verdächtige festgenommen

Nach der schrecklichen Tat waren bereits drei Deutsche als Verdächtige festgenommen worden. Als mögliches Motiv nannten die Ermittler den Raub wertvoller alter Instrumente sowie Zertifikate über deren Echtheit, die der Getötete besessen habe.

Bei dem getöteten Deutschen handelte es sich Medienberichten zufolge um einen Wissenschaftler aus Bayern, der seit mehreren Jahren in dem südamerikanischen Land lebte. Er habe sich in dem noch nicht fertig gebauten Haus, in dem das Verbrechen mutmaßlich geschah, auch der Reparatur von Musikinstrumenten wie etwa Geigen gewidmet.

Titelfoto: Jorge Saenz/AP/dpa

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