Dieses Land erlebt die schlimmste Heuschreckenplage seit 27 Jahren

Neu-Delhi - Mitten in der Corona-Krise plagt Indien die schlimmste Heuschreckenplage seit knapp drei Jahrzehnten. Fernsehbilder zeigen, wie sich große Insektenschwärme auf Gemüse, Hülsenfrüchte, Baumwolle und Bäume in mehreren Bundesstaaten stürzen. 

Heuschrecken verdunkeln den Himmel über der Stadt Ajmer. Ganze Schwärme von Wüstenheuschrecken haben die Ernten im indischen Kernland vernichtet und bedrohen die Wirtschaft.
Heuschrecken verdunkeln den Himmel über der Stadt Ajmer. Ganze Schwärme von Wüstenheuschrecken haben die Ernten im indischen Kernland vernichtet und bedrohen die Wirtschaft.  © Deepak Sharma/AP/dpa

Behörden versuchen die Tiere, die unter anderem schon die Ernte in Pakistan gefressen hatten, auch mit Pestiziden aus Drohnen oder Autos zu töten.

Bauern und Einheimische probieren, sie mit lauter Musik oder mit dem Zusammenschlagen von Töpfen zu vertreiben, berichteten örtliche Medien.

Insgesamt sei in Indien eine Fläche von insgesamt 47.000 Hektar betroffen, sagte ein Sprecher des indischen Landwirtschaftsministeriums am Donnerstag.

Doch die Insekten sind nicht die einzige Plage im Mai 2020 im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt, in dem 1,3 Milliarden Menschen leben. Gerade steigt die Zahl der Corona-Infektionen stark.

Die Hauptstadt Neu-Delhi und andere Städte leiden zudem unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von stellenweise bis zu 50 Grad. 

Im Nordosten des Landes hatte darüber hinaus vor kurzem der besonders starke Wirbelsturm "Amphan" gewütet, mehr als Hundert Menschen starben.

Zu all dem sind wegen einer strikten Ausgangssperre während der vergangenen zwei Monate Millionen Menschen arbeitslos und viele haben Angst zu verhungern.

Aus dem indischen Landwirtschaftsministerium hieß es, man versuche das Heuschreckenproblem möglichst in den kommenden Wochen in den Griff zu bekommen. Dann würde unter anderem Reis und Mais neu angepflanzt. Das Ministerium befürchtet, dass es nach dem Monsun im Juli eine zweite Heuschreckenwelle geben könnte.

Erst vor wenigen Monaten wurde Ostafrika Opfer einer verheerenden Heuschreckenplage

Kenia, Januar 2020: Der Sohn eines Bauern versucht einen Schwarm Wüstenheuschrecken von einem Feld zu vertreiben.
Kenia, Januar 2020: Der Sohn eines Bauern versucht einen Schwarm Wüstenheuschrecken von einem Feld zu vertreiben.  © Ben Curtis/AP/dpa

Heuschrecken kommen im Sommer und Herbst immer wieder nach Indien. Auch das Nachbarland Pakistan ist betroffen, wo die Behörden deswegen im Februar den Notstand ausgerufen haben.

Die betreffende Art der Heuschrecken hat in den vergangenen Monaten in Ostafrika ganze Landstriche kahlgefressen. Die Welternährungsorganisation FAO warnte vor einer Beeinträchtigung der Lebensmittelsicherheit in der Region.

Titelfoto: Deepak Sharma/AP/dpa

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