Dunkelheit im Libanon: So will das Land seine Energiekrise lösen

Beirut - Zur Linderung der schweren Energiekrise soll der Libanon künftig Strom aus Jordanien bekommen, der trotz internationaler Sanktionen über das Bürgerkriegsland Syrien geliefert werden soll.

So sah es in Beirut noch vor dem Blackout aus, der im Oktober 2021 den gesamten Libanon erfasste.
So sah es in Beirut noch vor dem Blackout aus, der im Oktober 2021 den gesamten Libanon erfasste.  © eddybittar/123RF

Der jordanische Energieminister Salih al-Charabschah sprach am Mittwoch bei der Vertragsunterzeichnung in der libanesischen Hauptstadt Beirut von einem "historischen Moment".

Syriens Regierung sieht in dem neuen Abkommen einen nächsten Schritt, seine internationale Isolation weiter aufzuweichen. In den vergangenen Monaten hatten sich bereits mehrere arabische Staaten der Führung unter Machthaber Baschar al-Assad wieder angenähert.

So reiste der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Abdullah bin Sajid, im vergangenen November nach Damaskus.

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Der Libanon leidet seit mehr als zwei Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, die die ohnehin schwache Stromversorgung weiter verschlechtert hat.

Viele Menschen in dem Land am Mittelmeer haben nur ein oder zwei Stunden am Tag Strom. Wegen gestiegener Ölpreise können sie sich auch die weit verbreiteten Generatoren kaum leisten.

Mit der Lieferung aus Jordanien will Libanons staatliches Energieunternehmen die Stromversorgung um zwei Stunden am Tag verlängern. Im Gespräch sind auch Gaslieferungen aus Ägypten. Transportiert werden müssen Strom und Gas über Syrien, gegen dessen Führung internationale Sanktionen bestehen. Die US-Regierung hatte im Vorfeld jedoch klargemacht, dass sie keine Einwände erhebt.

Wann die Stromlieferung aus Jordanien beginnen kann, ist noch unklar. Finanziert werden soll sie über die Weltbank, die vom Libanon jedoch weitgehende Reformen im Stromsektor fordert. Die Energieversorgung des Landes ist über Jahre vernachlässigt worden, wofür Beobachter vor allem die weit verbreitete Korruption verantwortlich machen.

Titelfoto: eddybittar/123RF

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