Eines der größten Ozonlöcher hält sich über der Antarktis

Reading (Großbritannien) - Eines der größten und tiefsten Ozonlöcher der vergangenen 15 Jahre hält sich über der Antarktis.

Die grafische Darstellung eines Ozonlochs über der Antarktis zeigt dieses in seiner Ausdehnung am 27.09.2020 (Bild aus einem Video).
Die grafische Darstellung eines Ozonlochs über der Antarktis zeigt dieses in seiner Ausdehnung am 27.09.2020 (Bild aus einem Video).  © Copernicus Atmosphere Monitoring Service, ECMWF/dpa

Es habe inzwischen seine maximale Ausdehnung erreicht, teilte der Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS) am Dienstag im englischen Reading mit. 

Das Ozonloch ähnele dem von 2018, das auch groß gewesen sei, sagte der Chef der Organisation, Vincent-Henri Peuch. Der von der EU finanzierte Dienst CAMS ist Teil des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

Die Situation zeige, wie wichtig das Montrealer Protokoll zum Verbot ozonschädlicher Substanzen sei, so Peuch. 

Zahlreiche Länder hatten sich in dem Abkommen von 1987 verpflicht, die Produktion solcher Chemikalien - vor allem von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) - schrittweise zu stoppen. FCKW steckten etwa in Kühlschränken, Spraydosen und Feuerlöschern.

Die Ozonschicht wirkt wie ein Filter für die Hautkrebs auslösenden ultravioletten Strahlen. Seit Jahrzehnten entsteht über der Antarktis nach dem dortigen Winter - wenn die Bedingungen für einen Abbau der Ozonschicht herrschen - für einige Monate ein Ozonloch.

Das Phänomen war 1985 entdeckt worden. Wissenschaftler hoffen, dass sich das Ozonloch in den kommenden Jahrzehnten wieder ganz schließt. 

Starke Schwankungen der Polarwirbel und der Temperaturen in der Stratosphäre in 15 bis 50 Kilometer Höhe können aber die Ozonschicht unterschiedlich stark ausdünnen. 

Die Bildkombo zeigt Analyse des Gesamt-Ozons (in Dobson-Einheiten) aus dem CAMS am 11. November 2019 (links) im Vergleich zum selben Tag im Jahr 2018 (rechts).
Die Bildkombo zeigt Analyse des Gesamt-Ozons (in Dobson-Einheiten) aus dem CAMS am 11. November 2019 (links) im Vergleich zum selben Tag im Jahr 2018 (rechts).  © ECMWF-CAMS/dpa

Das Ozonloch von 2019 war wegen besonderer meteorologischer Bedingungen sehr klein.

Titelfoto: Copernicus Atmosphere Monitoring Service, ECMWF/dpa

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