Entführte Scheich-Prinzessin taucht auf Instagram auf: Ist sie wirklich in Madrid?

Madrid - Dubais Prinzessin Latifa gilt schon lange als entführt. Nun tauchte ein Foto von ihr am Flughafen von Madrid auf. Doch ist sie wirklich dort? Wegen eines ganz bestimmten Details zweifeln einige daran.

Vor einiger Zeit beklagte sich Latifa (35) in einer Videobotschaft - nun soll alles gut sein. Doch daran haben einige ihre Zweifel.
Vor einiger Zeit beklagte sich Latifa (35) in einer Videobotschaft - nun soll alles gut sein. Doch daran haben einige ihre Zweifel.  © Tiina Jauhiainen/David Haigh via AP/dpa

Zwei Frauen sind auf dem Bild bei Instagram zu sehen, beide haben die Arme umeinander gelegt und sehen zufrieden aus. Veröffentlicht wurde das Foto von Sioned Taylor.

Sie soll die Lehrerin der 35-jährigen Scheicha sein. Daneben soll die verschollene Prinzessin selbst auf dem Bild zu sehen sein - im Hintergrund des Madrider Flughafens.

"Toller Europa-Urlaub mit Latifa. Wir haben Spaß beim Entdecken!", schrieb Taylor zu dem Foto mit einem lachenden Smiley.

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Dabei ist es noch nicht einmal klar, ob es tatsächlich die Tochter des Emirs von Dubai ist. Die Scheichs-Erbin wollte 2018 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Ministerpräsident ihr Vater Raschid al-Maktum ist, fliehen.

Das wussten die Wachen zu verhindern: Latifa wurde gestoppt und gewaltsam nach Hause zurückgebracht.

Nicht nur Menschenrechtler zeigten sich besorgt: In Video-Botschaften klagte die Prinzessin, sie werde in einer Villa wie in einem Gefängnis festgehalten. Die Herrscherfamilie Dubais erklärte dagegen, Latifa werde von ihrer Familie und medizinischem Personal betreut.

Sollte Latifa tatsächlich nach Spanien geflogen sein, hätten die Unterstützer der Prinzessin etwas erreicht. Die Kampagne "Free Latifa" machte außerdem öffentlich, dass die Scheichstochter offenbar einen Pass habe, reisen könne und ein zunehmendes Maß an Freiheit genieße. Die Unterstützer wollen ihre Aktivitäten im Kampf für Latifas Freiheit sogar aussetzen - wurden sie unter Druck gesetzt? Das alles spricht dafür, dass nicht garantiert ist, ob es der Scheicha wirklich so gut geht.

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Scheicha Latifa von eigener Familie betrogen: Warum sind ihre Augen so leer?

Auf Instagram fiel aufmerksamen Usern außerdem noch ein anderes Detail an dem Foto auf: Nur ein Koffer befand sich in Sichtweite! Das knallrote Plastikgestell konnte unmöglich für beide Frauen reichen, überlegten Kritiker der Scheichsfamilie in dem sozialen Medium. "Warum betrügt ihr Latifa so? Lasst sie doch für sich selbst sprechen!", befand eine Userin klar. Eine andere sorgte sich um die Emirstochter: "Ihre Augen sehen so leer aus."

Nicht nur Latifas, auch das Schicksal ihrer Schwester ist unklar: Sie wurde im Jahr 2000 aus Cambridge entführt und nach Dubai gebracht, nachdem sie versucht hatte, sich abzusetzen.

Ein britisches Gericht hatte Scheich Mohammed im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für die Entführung seiner beiden Töchter und die Einschüchterung einer Ehefrau verantwortlich gemacht.

Titelfoto: Tiina Jauhiainen/David Haigh via AP/dpa

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