Ex-Autoboss in Kiste aus dem Land geschmuggelt: Helfer müssen in den Knast

Tokio - Zwei Amerikaner, die dem früheren Autoboss Carlos Ghosn (67) zu seiner spektakulären Flucht aus Japan verholfen haben, müssen in Japan ins Gefängnis.

Carlos Ghosn (67), ehemaliger Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubish, lebt nach seiner Flucht im Libanon. (Archivbild)
Carlos Ghosn (67), ehemaliger Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubish, lebt nach seiner Flucht im Libanon. (Archivbild)  © Marwan Naamani/dpa

Das Bezirksgericht in Tokio verurteilte den 60 Jahre alten früheren Elite-Soldaten Michael Taylor zu zwei Jahren Haft. Sein Sohn Peter (28) muss für ein Jahr und acht Monate hinter Gitter.

Die beiden hatten sich schuldig bekannt und entschuldigt. Ihre Verteidigung hatte Bewährungsstrafen gefordert. Ihnen war vorgeworfen worden, Ghosn in einer Kiste, die für Musikinstrumente deklariert war, versteckt und per Privatjet außer Landes gebracht zu haben - wissend, dass dies gegen Ghosns Kautionsauflagen verstößt.

Der ehemalige Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden.

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Im April 2019 kam er unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft.

Er floh im Dezember mit Hilfe der Amerikaner in den Libanon.

Der mutmaßliche Fluchthelfer, ein 60 Jahre alter Mann (l.) und sein Sohn wurden im März in Gewahrsam genommen und nach Tokio überführt. (Archivbild)
Der mutmaßliche Fluchthelfer, ein 60 Jahre alter Mann (l.) und sein Sohn wurden im März in Gewahrsam genommen und nach Tokio überführt. (Archivbild)  © Uncredited/Kyodo News/AP/dpa

Ghosn hat neben der französischen auch die libanesische sowie die brasilianische Staatsbürgerschaft. Japan hat mit dem Libanon kein Auslieferungsabkommen.

Titelfoto: Marwan Naamani/dpa

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