Schreckliche Explosion in Beirut: 16 Hafenmitarbeiter festgenommen

Beirut (Libanon) - Im Zuge der Ermittlungen zur verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit mehr als 130 Toten sind 16 Mitarbeiter des Hafens festgenommen worden. 

Soldaten der libanesischen Armee stehen Wache an dem Ort an dem es zwei Tage zuvor (4. August) zu einer massiven Explosion kam.
Soldaten der libanesischen Armee stehen Wache an dem Ort an dem es zwei Tage zuvor (4. August) zu einer massiven Explosion kam.  © Hussein Malla/AP/dpa

Das teilte der amtierende Militärrichter Fadi Akiki laut einem Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA am Donnerstag mit.

Mehr als 18 Menschen seien bisher befragt worden, darunter Mitglieder des Hafenvorstands und der Zollverwaltung. Die Ermittlungen gingen weiter.

Ziel sei, "alle Fakten im Zusammenhang mit der Katastrophe zu klären", erklärte Akiki. Der Ort der Explosion - ein Industriegebiet am Hafen im Norden der libanesischen Hauptstadt - werde bis zum Abschluss der Ermittlungen geschlossen bleiben. 

Die Aufsicht hätten hier die libanesische Armee sowie die Informationsabteilung der Kräfte für innere Sicherheit. Zuvor waren bereits mehrere Verantwortliche des Hafens unter Hausarrest gestellt worden.  Sie sollen in den vergangenen Jahren für die Lagerung und Bewachung der großen Mengen Ammoniumnitrat zuständig gewesen seien, die bei dem Vorfall möglicherweise explodierten. 

Unklar blieb dabei, welche Vorwürfe ihnen gemacht werden oder ob ihnen ein ordentliches Gerichtsverfahren droht.

Explosion in Beirut: Umfassende Untersuchung und Aufarbeitung

Schon bald nach der schweren Detonation am Dienstag hatte es auch Rufe nach einer umfassenden Untersuchung und Aufarbeitung des Vorfalls gegeben, bei dem Tausende verletzt wurden und bis zu 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren. 

Eine Untersuchungskommission der Regierung sollte dazu innerhalb weniger Tagen einen ersten Bericht vorlegen.

Viele Libanesen haben das Vertrauen in die herrschende politische Klasse aber verloren und fordern deshalb internationale Ermittlungen. Dem schlossen sich etwa der frühere Regierungschef Saad Hariri, drei andere frühere libanesische Ministerpräsidenten und der führende drusische Politiker Walid Dschumblatt an. Nach ihrer Auffassung müssten die Vereinten Nationen oder die Arabische Liga einen Ermittlungsausschuss aus unabhängigen Experten bilden. Das hatten auch Menschenrechtsorganisationen gefordert.

Libanons Innenminister Mohammed Fahmi hatte dagegen erklärt, dass internationale Experten wohl nicht notwendig seien. Die Fachleute im Land hätten die nötige Kompetenz für Ermittlungen.

Titelfoto: Hussein Malla/AP/dpa

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