Flüchtlings-Drama auf dem Mittelmeer: Baby stirbt kurz nach Seenot-Rettung

Rom - Kurz nach der Rettung aus dem Mittelmeer ist ein sechs Monate altes Flüchtlingsbaby nach Angaben der Helfer auf dem Schiff "Open Arms" gestorben. Die privaten spanischen Retter hatten am Mittwoch mehr als 110 Migranten vor Libyen aus Seenot geborgen.

Die "Open Arms" rettete am Mittwoch in Seenot geratene Flüchtlinge.
Die "Open Arms" rettete am Mittwoch in Seenot geratene Flüchtlinge.  © Javier Fergo/AP/dpa

Wie "Open Arms" am Donnerstag mitteilte, zog die Mannschaft bei dem Einsatz fünf Menschen bereits tot aus dem Wasser. Mit dem Baby stieg die Zahl der Toten auf sechs.

Nach Angaben der Organisation brachte die italienische Küstenwache die Mutter des toten Jungen aus Guinea, dessen Name mit Joseph angegeben wurde, und eine schwangere Frau auf die Insel Lampedusa.

Drei Migranten, darunter ein weiteres Baby, seien aus medizinischen Gründen nach Malta geflogen worden, hieß es.

Nach insgesamt drei Rettungsaktionen im Mittelmeer befänden sich nun 257 Migranten an Bord der "Open Arms".

Ein Flüchtling liegt an Bord eines Rettungsboots der spanischen Hilfsorganisation Open Arms, nachdem er nach einem Bootsunglück gerettet wurde.
Ein Flüchtling liegt an Bord eines Rettungsboots der spanischen Hilfsorganisation Open Arms, nachdem er nach einem Bootsunglück gerettet wurde.  © Sergi Camara/AP/dpa

Zahl der Zuflucht suchenden Migranten deutlich höher als im vergangenen Jahr

Viele Menschen legen weiterhin in kleinen Booten in den nordafrikanischen Ländern Tunesien und Libyen ab, um nach Europa zu gelangen. Auf der Insel Lampedusa landeten in den vergangenen Tagen mehrere Boote mit Hunderten von Menschen. Insgesamt kamen in Italien nach offiziellen Zahlen 2020 bisher fast 31.000 Migranten an. 2019 waren es im gleichen Zeitraum knapp 10.000 Menschen gewesen.

Die deutsche Hilfsorganisation Seebrücke sprach in einer Stellungnahme von nun 18 Toten im zentralen Mittelmeer innerhalb von zwei Tagen.

"Der Tod dieser Menschen reiht sich in die vielen anderen Katastrophen auf dem Mittelmeer und neuerdings auch im Atlantik ein", hieß es in einer Mitteilung aus Berlin am Donnerstag.

Titelfoto: Javier Fergo/AP/dpa

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