Forscher geben Alligator Helium und gewinnen dafür "Anti-Nobelpreis"

Boston (USA) - Können Alligatoren mit lustigen Stimmen "sprechen", wenn sie vorher Helium einatmen? Diese und noch weitere absurd klingende wissenschaftliche Forschungen wurden bei der Verleihung der "Ig Nobelpreise" ausgezeichnet.

Alligatoren klingen lustig, wenn man ihnen Helium zum Einatmen gibt. Diese wissenschaftliche Erkenntnis hat ohne Zweifel einen Preis verdient.
Alligatoren klingen lustig, wenn man ihnen Helium zum Einatmen gibt. Diese wissenschaftliche Erkenntnis hat ohne Zweifel einen Preis verdient.  © Andre Penner/AP/dpa

Genau wie die richtigen Nobelpreise werden auch die sogenannten "Ig Nobelpreise" einmal pro Jahr verliehen. Dabei handelt es sich um eine satirische Auszeichnung, mit der wissenschaftliche Leistungen geehrt werden, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen" sollen.

Wegen der Corona-Pandemie fand die Preisverleihung diesmal komplett im Internet statt. 

In der Nacht zum heutigen Freitag wurden dabei in insgesamt zehn Kategorien Preise verteilt - unter anderem an Donald Trump und Wissenschaftler, die einem Alligator Helium gaben. 

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Letztere ergatterten mit ihrem ungewöhnlichen Experiment den Sieg in der Kategorie "Akustik". Die Forscher der schwedischen Lund Universität wollten herausfinden, ob Tiere mit ihrer Stimme ausdrücken können, wie groß und stark sie sind.

Also steckten sie einen weiblichen China-Alligator in eine mit Sauerstoff und Helium gefüllte Kammer. Genau wie bei Menschen sorgte das Gas dafür, dass sich die Laute des Tiers nun deutlich höher anhörten. 

Die Wissenschaftler fassten das Ergebnis ihrer Studie folgendermaßen zusammen: "Alligatoren klingen komisch, wenn sie einen Party-Ballon einatmen." Na, wenn diese Erkenntnis mal keinen Nobelpreis wert ist.

Donald Trump gewinnt Preis für medizinische Bildung

So prunkvoll sah im Jahr 2019 die Trophäe aus, die man beim "Ig Nobelpreis" absahnen konnte.
So prunkvoll sah im Jahr 2019 die Trophäe aus, die man beim "Ig Nobelpreis" absahnen konnte.  © Elise Amendola/AP/dpa

Der Name "Ig Nobelpreis" deutet bereits auf den satirischen Hintergrund der Preisverleihung hin. Denn als "ignoble price" ausgesprochen, lässt sich die Auszeichnung auch als "unwürdiger Preis" übersetzen.

So gewann in weiteren Kategorien unter anderem eine Studie, die belegte, dass Insektenforscher häufig Angst vor Spinnen haben. 

Auch Materialwissenschaftler aus den USA und Großbritannien, die nachweisen konnten, dass Messer aus menschlichem Kot nicht besonders gut schneiden, erhielten eine der Trophäen.

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In der Kategorie "wissenschaftliche Bildung" wurden gleich mehrere Staatsoberhäupter ausgezeichnet, darunter US-Präsident Donald Trump, der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro und der britische Premier Boris Johnson. 

Die Politiker erhielten den Spaßpreis dafür, dass sie "die Coronavirus-Pandemie dafür genutzt haben, der Welt beizubringen, dass Politiker einen unmittelbareren Einfluss auf Leben und Tod haben können als Wissenschaftler und Ärzte."

Titelfoto: Andre Penner/AP/dpa

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