Forschung: War es das bald mit dem Schweißgeruch?

York (Großbritannien) - Forscher der University of York und von Unilever haben pünktlich zum Hochsommer und Temperaturen über 30 Grad den Code zum Schweißgeruch geknackt. 

Forscher wissen jetzt, wie der unangenehme Schweißgeruch entsteht. (Symbolbild)
Forscher wissen jetzt, wie der unangenehme Schweißgeruch entsteht. (Symbolbild)  © 123RF/Victor Koldunov

Genauer gesagt wissen sie jetzt, welches Bakterium für den unangenehmen Geruch zuständig ist. Und zwar das Bakterium Staphylococcus hominis, dass das BO-Enzym (body odour/ Körpergeruch) produziert.

Die Stinke-Enzyme verknüpfen sich mit den eigentlich geruchlosen Verbindungen der apokrinen Drüsen unter den Achseln, wodurch der beißende Schweißgeruch entsteht. 

"Dies ist ein entscheidender Fortschritt im Verständnis der Funktionsweise von Körpergeruch und wird die Entwicklung gezielter Inhibitoren ermöglichen, die die BO-Produktion an der Quelle stoppen, ohne das Achselhöhlenmikrobiom zu stören", so Prof. Gavin Thomas, Co-Autor der Studie "The molecular basis of thioalcohol production in human body odourder", die am Montag im "Scientific Reports" veröffentlicht wurde.

Wie eigentlich alles, was der menschliche Körper so an Eigenarten an den Tag legt, hat sich die Natur auch bei dem BO-Enzym etwas gedacht und erfüllt vermutlich einen wichtigen Zweck. Denn das Bakterium soll schon viel älter sein, als die Menschheit selbst. Vermutet wird, dass es möglicherweise dafür zuständig war, dass Primaten miteinander kommunizieren konnten.

Dr. Gordon James von Unilever: "Diese Forschung hat uns die Augen geöffnet. Es war faszinierend zu entdecken, dass ein geruchsbildendes Schlüsselenzym nur in einigen wenigen ausgewählten Achselhöhlenbakterien existiert - und sich dort vor zig Millionen Jahren entwickelt hat."

Das zu wissen ist zwar gut, aber natürlich nicht genug. Jetzt soll mit dem Wissen gearbeitet werden. Ziel könnte sein, Deodorants herzustellen die das stinkende Enzym neutralisieren können.

In einer Pressemitteilung der University of York heißt es: "Durch die Aufklärung der Struktur dieses 'BO-Enzyms' konnten wir den molekularen Schritt innerhalb bestimmter Bakterien bestimmen, der die Geruchsmoleküle erzeugt."

Und weiter  "Dies ist ein entscheidender Fortschritt im Verständnis der Funktionsweise von Körpergeruch und wird die Entwicklung gezielter Inhibitoren ermöglichen, die die BO-Produktion an der Quelle stoppen, ohne das Achselhöhlenmikrobiom zu stören."

Apokrine Drüsen

Die speziellen apokrinen Drüsen (Duft-Drüsen) finden sich ausschließlich unter den Armen, um die Brustwarzen herum, dem Bauchnabel  und an den äußeren Genitalien beziehungsweise der Analgegend unter der Haut. Vereinzelt treten sie auch im Gesicht auf. Über diese Duft-Drüsen ist bisher wenig bekannt. Im Gegensatz zu anderen Schweißdrüsen, regulieren sie nicht die Körpertemperatur durch ihre Absonderungen.

Titelfoto: 123RF/Victor Koldunov

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