Frauen werden heimlich gefilmt und verwandeln sich in Kühe? Unternehmen erntet Kritik für Werbespot

Südkorea - Erst spannen, dann eine magische Verwandlung? Dies ist die Handlung für ein merkwürdiges Werbevideo von einem südkoreanischen Molkereiunternehmen. Viele erinnert das Video an Voyeure, die Frauen mit Spionage-Kameras filmen - ein Verbrechen, das in Südkorea in den letzten Jahren extrem zugenommen hat.

In dem Video, welches viel Kritik geerntet hat, werden Frauen zunächst heimlich gefilmt und verwandeln sich schließlich in Kühe.
In dem Video, welches viel Kritik geerntet hat, werden Frauen zunächst heimlich gefilmt und verwandeln sich schließlich in Kühe.  © Screenshot YouTube/Seoul Milk

Ein Mann geht durch einen Wald mit einer großen Filmkamera. Dort filmt er heimlich Frauen in weißen Gewändern, die Wasser trinken und sich beim Yoga räkeln.

"Wir haben es endlich geschafft, sie an einem Ort abzulichten, wo die Natur noch rein ist", sagt eine Männerstimme im Voiceover.

"Wir beschlossen, uns vorsichtig an sie heranzuwagen, sie trinken sauberes Wasser aus der Natur, ernähren sich von Naturkost und leben friedlich in einer angenehmen Umgebung", fährt die Stimme fort.

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Der Kameramann tritt dann beim Filmen aus Versehen auf einen Zweig, wodurch die Frauen ihn bemerken - und sich prompt in Kühe verwandeln.

Dieser eigenartige Werbefilm, der unten zu sehen ist, hat in vergangener Zeit im Netz kursiert. Das größte Molkereiunternehmen in Südkorea, Seoul Milk, hat dafür heftige Kritik im Netz geerntet, berichteten sowohl CNN als auch BBC.

Das Video hat nicht nur eine Debatte über Sexismus und Geschlechter-Vielfalt losgetreten. Viele diskutieren auch über die problematische Darstellung des Mannes, der die Frauen heimlich filmt.

Der kritisierte Videoclip auf YouTube

Spannen durch Spionage-Kameras hat in den letzten Jahren in Südkorea zugenommen

Das Video, wie ein Mann heimlich Frauen filmt, erinnert viele an das Verbrechen namens "Molka", welches besonders für Frauen in Südkorea eine reale Gefahr darstellt.
Das Video, wie ein Mann heimlich Frauen filmt, erinnert viele an das Verbrechen namens "Molka", welches besonders für Frauen in Südkorea eine reale Gefahr darstellt.  © Screenshot YouTube/Seoul Milk

Das Verbrechen, Menschen heimlich zu filmen, nennt sich "Molka" und ist in Südkorea ein echtes Problem. 88 Prozent der Betroffenen dieser Verbrechen sind Frauen, wie der Spiegel berichtete.

Viele Frauen suchen inzwischen vorher Umkleidekabinen, öffentliche Toiletten und Hotelzimmer nach den winzigen Kameras ab, bevor sie sich aus- oder umziehen.

Sie sind vorsichtig, wenn sie Röcke tragen und Treppen hochsteigen müssen - denn die Gefahr besteht, dass sie heimlich gefilmt werden und die Inhalte auf Pornoseiten hochgeladen werden.

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Trotz der schwerwiegenden Ausmaße solcher Verbrechen wurden Stand 2019 aber nur 5,3 Prozent aller Fälle mit einer Gefängnisstrafe geahndet. Deshalb sind viele der Meinung, dass diese Taten als Unfug oder Blödelei von jungen Männern abgetan werden.

Neben den Anschuldigungen von Sexismus wird genau dies - die Verharmlosung von Spannern - auch dem Werbefilm von Seoul Milk vorgeworfen.

Der Oberkonzern der Firma hat das Video inzwischen von seinem YouTube-Kanal entfernt und ein Statement abgegeben, in dem sie sich "bei allen entschuldigen, die sich wegen unserer Milch-Werbung unwohl gefühlt haben".

Titelfoto: Screenshot YouTube/Seoul Milk

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