Werden internationale Konflikte durch die Corona-Krise verschärft?

Stockholm - Der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, Dan Smith, rechnet in der Corona-Krise mit einer Verschärfung internationaler Konflikte. 

Weißhelme des syrischen Zivilschutzes tragen ein verletztes Kind aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes.
Weißhelme des syrischen Zivilschutzes tragen ein verletztes Kind aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes.  © Anas Alkharboutli/dpa

"Das trifft insbesondere auf den Irak und Syrien zu", sagte der Friedensforscher den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Im Irak etwa gebe es bereits Anzeichen für eine Stärkung der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). 

"Im Jemen könnten sich die Fronten verhärten. In Afghanistan ist im Zuge der Corona-Krise mit einem Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban zu rechnen."

Aber auch am Horn von Afrika und in Teilen Westafrikas wie zum Beispiel in Nigeria oder Mali drohen dem Friedensforscher zufolge neue Spannungen. 

"Die Menschen bekommen nicht die Unterstützung, die sie brauchen. Einige werden sich daher gewalttätigen Milizen anschließen, die ihnen Hilfe wie etwa den Zugang zu Nahrungsmitteln versprechen", sagte Smith den Zeitungen.

Es gebe aber auch nichtstaatliche Akteure, die ihre Handlungen zurückgefahren hätten.

Verschiedene Gruppen etwa im Jemen oder auf den Philippinen hätten auch den Appell von UN-Generalsekretär Antonio Guterres nach einer weltweiten Waffenruhe zur Bekämpfung von Corona beherzigt.

"Andere Gruppierungen haben die Krise hingegen zum eigenen Vorteil ausgenutzt."

Titelfoto: Anas Alkharboutli/dpa

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