Corona-Impfung deckt dramatischen Todesfall auf

Aberdeen (Schottland) - Sie lag schon seit Jahren tot zu Hause: Durch einen verpassten Termin zur Corona-Impfung wurde die Leiche einer alten Frau entdeckt. Nun ermittelt die Polizei.

Ein verpasster Impf-Termin löste letzten Endes eine komplette polizeiliche Ermittlung aus. (Symbolbild)
Ein verpasster Impf-Termin löste letzten Endes eine komplette polizeiliche Ermittlung aus. (Symbolbild)  © mrdoomits/123RF

Laut einem Bericht des britischen "Daily Record" stießen die Ermittler am vergangenen Donnerstag auf den leblosen Körper der Schottin.

Dass überhaupt irgendjemand bei ihr zu Hause vorbeischaute, lag daran, dass sie zuvor ihren Impf-Termin gegen das Coronavirus verpasst hatte.

Merkwürdigerweise behauptete der Ehemann der Verstorbenen gegenüber der Polizei, dass seine Frau nur im Urlaub sei. Doch in Wahrheit lag die Dame nirgendwo am Strand, sondern tot in ihrem Haus in der schottischen Hafenstadt Aberdeen.

Einem Polizeisprecher zufolge behandeln die Ermittler das Ableben der Dame vorerst als "ungeklärten Tod". Eine Obduktion soll nun aufdecken, wodurch genau die Frau ums Leben gekommen war.

Der Fall sorgte aber nicht nur für polizeiliche Ermittlungen, sondern lieferte auch Anlass für einen Aufruf, ältere Menschen in Corona-Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

So nannte Brian Sloan, der Geschäftsführer der schottischen Wohltätigkeitsorganisation "Age Scotland", den Vorfall "herzzerreißend" und forderte alle auf, besser auf ältere Nachbarn acht zu geben.

Wohltätigkeitsorganisation ruft dazu auf, ältere Menschen nicht zu vergessen

Auch vor der Corona-Pandemie fühlten sich viele alte Menschen bereits einsam, nun dürften viele sogar noch weniger Kontakt zu anderen haben als früher. (Symbolbild)
Auch vor der Corona-Pandemie fühlten sich viele alte Menschen bereits einsam, nun dürften viele sogar noch weniger Kontakt zu anderen haben als früher. (Symbolbild)  © dimaberkut/123RF

"Isolation und Einsamkeit sind in Schottland auf einem Rekordlevel nach fast zwölf Monaten des Lockdowns und der Abschottung", sagte Sloan, dessen Organisation sich um das Wohl älterer Mitbürger kümmert.

"Doch selbst vor der Pandemie wussten wir schon von 100.000 alten Menschen in Schottland, die sich einsam fühlten und 200.000, die regelmäßig eine halbe Woche überstehen mussten, ohne von irgendwem besucht oder angerufen zu werden."

Deshalb erinnerte Sloan daran, dass "ein Anruf bei einem Nachbarn oder ein Klopfen an der Tür und ein kleiner Plausch mit ausreichend Abstand den ganzen Tag von älteren Menschen bereichern kann."

Titelfoto: mrdoomits/123RF

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