Terror-Braut verliert Staatsbürgerschaft: Ex-Anhängerin des IS bittet um Verzeihung

London - Eine Ex-Anhängerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die britische Öffentlichkeit um Verzeihung gebeten.

Die Britin Shamima Begum (22) hatte sich dem IS angeschlossen und in Syrien einen niederländischen IS-Kämpfer geheiratet, nun wollte sie in ihre Heimat Großbritannien zurückkehren.
Die Britin Shamima Begum (22) hatte sich dem IS angeschlossen und in Syrien einen niederländischen IS-Kämpfer geheiratet, nun wollte sie in ihre Heimat Großbritannien zurückkehren.  © ---/Press Association/dpa

"Ich weiß, dass es sehr schwer für Sie ist, mir zu vergeben", sagte Shamima Begum (22) am Mittwoch dem Fernsehsender ITV in einem Gespräch aus Syrien.

"Aber ich sage aus tiefstem Herzen, dass es mir so leid tut, wenn ich jemals jemanden beleidigt habe, indem ich hierhergekommen bin, wenn ich jemals jemanden mit dem, was ich gesagt habe, beleidigt habe." Britische Medien wiesen darauf hin, dass sich Begum demonstrativ mit ärmellosem Top und Basecap zeigte.

Begum hatte sich als 15-Jährige dem IS angeschlossen und einen Dschihadisten geheiratet. Die britische Regierung entzog ihr die Staatsbürgerschaft, und das Oberste Gericht untersagte ihr, die Entscheidung in Großbritannien anzufechten.

Beratungs-Hotline missbraucht: Fußfetischist verurteilt
Großbritannien News Beratungs-Hotline missbraucht: Fußfetischist verurteilt

Begum beteuerte, sie habe sich nicht an terroristischen Handlungen beteiligt. "Das einzige Verbrechen, das ich begangen habe, war, so dumm zu sein und dem IS beizutreten", sagte sie.

Fall wurde kontrovers diskutiert

Der damalige Innenminister Sajid Javid verteidigte die Maßnahme, der jungen Frau die Staatsbürgerschaft zu entziehen. "Es war eindeutig die richtige Entscheidung, um die Briten zu schützen", sagte der heutige Gesundheitsminister bei ITV. Der Schritt sei moralisch und juristisch korrekt gewesen. "Wenn Sie wüssten, was ich weiß (...), würden Sie dieselbe Entscheidung treffen", sagte Javid.

Der Fall wurde in Großbritannien kontrovers diskutiert, zumal bekannt wurde, dass die junge Frau drei Kinder verloren hat.

Begum selbst war in Großbritannien geboren worden und war Britin von Geburt an. Die Regierung betonte, dass sie nicht staatenlos geworden sei, weil sie auch Anspruch auf die bangladeschische Staatsbürgerschaft hat.

Die 22.Jährige hat aber nie in dem südasiatischen Land gelebt und behauptet, dort drohe ihr die Todesstrafe.

Titelfoto: ---/Press Association/dpa

Mehr zum Thema Großbritannien News: