IKEA zeigt Horror-Video mit ernstem Hintergrund

Prag - Mit einer Art Horror-Video will das Möbelhaus Ikea in Tschechien auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam machen.

Über das IKEA-Video wird derzeit kontrovers diskutiert.
Über das IKEA-Video wird derzeit kontrovers diskutiert.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In dem Clip ist eine verängstigte Frau zu sehen, die in ihrer Wohnung sitzt, während wie durch Geisterhand Gläser zerspringen und Türen zuknallen.

Erst am Ende wird ein wütender Mann als Verursacher eingeblendet. Daraufhin heißt es, häusliche Gewalt bleibe oft verborgen. Ikea glaube, dass das Zuhause ein sicherer Ort sein solle.

Bei Facebook wurde das Video, über das in Deutschland die Marketing-Fachzeitschrift Horizont und andere Medien berichtet hatten, am Samstag kontrovers diskutiert. "Das ist so bewegend, dass ich eine Gänsehaut bekommen habe", schrieb eine Nutzerin. Häusliche Gewalt werde in der tschechischen Gesellschaft zu wenig wahrgenommen.

"Ikea hat ein hartes Geschäftsgebaren - und nur ein Dummkopf lässt sich von solchen herzerweichenden Videos ködern", schrieb indes ein Kritiker.

Häusliche Gewalt in Tschechien großes Problem

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 73 Prozent der tschechischen Frauen häusliche Gewalt für ein schwerwiegendes Problem halten, dem zu wenig Beachtung geschenkt werde. Bei den Männern waren es nur 50 Prozent.

An der Befragung im Auftrag der Vodafone-Stiftung nahmen mehr als tausend Personen im Alter ab 18 Jahren teil.

Titelfoto: Screenshot/YouTube Ikea Ghost

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