Iran testet erneut Mittelstreckenraketen bei Militärübungen

Teheran (Iran) - Irans Streitkräfte haben bei Militärübungen am Persischen Golf erneut ihre umstrittenen Mittelstreckenraketen getestet.

Hassan Ruhani, (72) Präsident des Iran, spricht während einer Kabinettssitzung.
Hassan Ruhani, (72) Präsident des Iran, spricht während einer Kabinettssitzung.  © -/Iranian Presidency/dpa

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim verliefen die Tests am Samstag alle erfolgreich.

Außer den Raketen mit einer Reichweite von 1800 Kilometern waren in dem großangelegten Seemanöver der Marine und der Revolutionsgarden auch Marschflugkörper und Drohnen getestet worden. Zudem wurden ein neuer Hubschrauberträger und ein neues Raketenschiff präsentiert.

Sie sollen nach iranischen Angaben am Golf für mehr Sicherheit gegen potenzielle militärische Bedrohungen seitens der USA sorgen.

In den vergangenen Wochen gab es Spekulationen im Iran, dass US-Präsident Donald Trump (74) vor dem Ende seiner Amtszeit noch einen militärischen Konflikt mit Teheran provozieren könnte.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif (61) hatte Trump und seinem Außenminister Mike Pompeo (57) vorgeworfen, auch in den letzten Tagen ihrer Amtszeit "Kriegshetzerei" gegen den Iran betreiben zu wollen. "Ohne sie (Trump und Pompeo) wird der Planet besser dran sein", schrieb der iranische Chefdiplomat auf Twitter.

Iranische Regierung hofft auf bessere Beziehung zu USA unter Joe Biden

Das iranische Militär hatte bereits am 5. Januar eine zweitägige Übung im Norden des Landes gestartet, bei dem unbemannte Kampf- und Überwachungsflugzeuge zum Einsatz kommen.
Das iranische Militär hatte bereits am 5. Januar eine zweitägige Übung im Norden des Landes gestartet, bei dem unbemannte Kampf- und Überwachungsflugzeuge zum Einsatz kommen.  © -/Iranian Army/dpa

Trump war 2018 nicht nur aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen, sondern seine Regierung verhängte auch drakonische Sanktionen gegen den Iran. Diese führten in den vergangenen zwei Jahren zu einer akuten Wirtschaftskrise in dem ölreichen Staat.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani (72) hofft, dass Trumps Nachfolger Joe Biden (78) zum Atomdeal zurückkehren und auch die Sanktionen aufheben wird. Im Juni steht im Iran eine Präsidentenwahl an.

Die iranischen Manöver sind nach Angaben der Führung in Teheran keine Bedrohung für die Länder in der Region, sondern dienen lediglich der Verteidigung des Landes gegen eventuelle Angriffe.

Der Westen und die arabischen Golfstaaten sehen das anders. Für sie ist das iranische Militär- und Raketenprogramm eine Gefahr für die Golfregion, wo rund 40 Prozent der weltweiten Rohöltransporte abgewickelt werden.

Zudem besteht die Sorge, dass besonders Irans Mittelstreckenraketen mit Reichweiten bis zu 2200 Kilometern jeden Teil Israels treffen könnten.

Titelfoto: -/Iranian Army/dpa

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