"Das ist erst der Anfang": Stark steigende Flüchtlingszahlen prophezeit

Istanbul - Seit der von der Türkei verkündeten Öffnung der Grenzen zur EU sollen nach Darstellung des türkischen Innenministers Süleyman Soylu mehr als 143.000 Menschen Griechenland erreicht haben. Die Zahl werde schon bald stark steigen, sagte er am Samstag vor Journalisten in der osttürkischen Stadt Elazig. "Das ist erst der Anfang. Sie sollten sehen, was als nächstes passieren wird. Was bislang geschehen ist, ist nichts", ergänzte er.

Stacheldraht liegt auf der türkischen Seite nahe des griechisch-türkischen Grenzübergangs Pazarkule.
Stacheldraht liegt auf der türkischen Seite nahe des griechisch-türkischen Grenzübergangs Pazarkule.  © Iain Burns/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Die von Soylu genannte Zahl ist allerdings nicht zu verifizieren und sehr viel größer als die Angaben aus Griechenland. Eine so große Anzahl Menschen wäre für griechische Medien, die entlang der Grenze berichten, auch kaum zu übersehen gewesen. 

Auf griechischer Seite war seit dem Wochenende von weniger als 100 Menschen die Rede, die festgenommen wurden, und von rund 37.000 illegalen Grenzübertritten, die in den vergangenen sieben Tagen verhindert worden seien.

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sei nicht in der Lage, die Grenze geschlossen zu halten, sagte Soylu als Reaktion auf dessen Äußerung, der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei sei tot. 

Zudem hatte Mitsotakis der Türkei in einem CNN-Interview vorgeworfen, Flüchtlinge und Migranten als politische Bauernopfer zu benutzen, um die eigenen politischen Interessen zu verfolgen. 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ diese Behauptung über seinen Sprecher kategorisch zurückweisen. Vielmehr habe die EU ihre Zusagen nicht eingehalten.

Erdogan hatte am vergangenen Samstag gesagt, die Grenzen seien offen, denn die Türkei könne so viele Flüchtlinge nicht versorgen. Das Land hat mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Außerdem leben in der Türkei viele Flüchtlinge und andere Migranten aus Afghanistan und anderen Ländern. 

Auf Erdogans Ankündigung hin hatten sich Tausende Menschen auf den Weg zur griechisch-türkischen Grenze gemacht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.  © Pavel Golovkin/AP POOL/dpa
Griechische Polizisten stehen in der Nähe eines Grenzzauns zur Türkei, während bei Zusammenstößen zwischen Grenzschützern und Migranten Tränengas abgefeuert wird. 
Griechische Polizisten stehen in der Nähe eines Grenzzauns zur Türkei, während bei Zusammenstößen zwischen Grenzschützern und Migranten Tränengas abgefeuert wird.   © Giannis Papanikos/AP/dpa
Ein Migrant wirft auf der türkischen Seite an der türkisch-griechischen Grenze einen Stein. Tausende von Flüchtlingen und anderen Migranten haben in der vergangenen Woche versucht, in das EU-Mitglied Griechenland zu gelangen, nachdem die Türkei erklärt ha
Ein Migrant wirft auf der türkischen Seite an der türkisch-griechischen Grenze einen Stein. Tausende von Flüchtlingen und anderen Migranten haben in der vergangenen Woche versucht, in das EU-Mitglied Griechenland zu gelangen, nachdem die Türkei erklärt ha  © Emrah Gurel/AP/dpa

Titelfoto: Iain Burns/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa, Pavel Golovkin/AP POOL/dpa

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