Kein Strom mehr: Ganzes Land stürzt in die Dunkelheit

Libanon - Armut, Korruption, Misswirtschaft: Der Libanon erlebt eine Finanz- und Wirtschaftskrise von unvorstellbarem Ausmaß. Jetzt ist in dem vorderasiatischen Land am Mittelmeer auch noch die Stromversorgung komplett zusammengebrochen.

So sah es in Beirut noch vor dem Blackout aus. Nun ist in der libanesischen Hauptstadt sowie im Rest des Landes das Stromnetz zusammengebrochen.
So sah es in Beirut noch vor dem Blackout aus. Nun ist in der libanesischen Hauptstadt sowie im Rest des Landes das Stromnetz zusammengebrochen.  © eddybittar/123RF

Aufgrund eines akuten Brennstoffmangels seien die zwei größten Kraftwerke im Land abgeschaltet worden, berichten Metro und weitere Medien.

Laut Aussagen von Regierungsvertretern könnte der Blackout mehrere Tage andauern. Der staatliche Stromkonzern EDL versucht, das Problem zu lösen.

Im Libanon ist die politische und wirtschaftliche Lage bereits seit zwei Jahren katastrophal. Die Währung des Landes ist zusammengebrochen, Arbeitslosigkeit und Inflation sind massiv angestiegen.

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Die Bevölkerung wirft der Regierung fahrlässiges Handeln und Korruption vor. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen leben 78 Prozent der Menschen in Armut.

Nachdem es bereits im September zu mehreren Stromausfällen kam, steht nun das ganze Land ohne Energie da.

Wer die Möglichkeit hat, greift auf Solarstrom oder Generatoren zurück, die allerdings Dieselkraftstoff benötigen, welcher schwer zu bekommen ist. Viele Tankstellen warten vergeblich auf Lieferungen, die letzten Reserven werden zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt verkauft.

Spätestens seit der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut verschlechtern sich die Zustände im Land immer weiter.

Damals waren 150 Menschen getötet, 6000 verletzt und große Teile der Hauptstadt zerstört worden.

Nach dem Unglück, bei dem 2750 Tonnen Ammoniumnitrat Feuer fingen, wurde eine provisorische Regierung eingesetzt, um die Lage zu beruhigen. Nach wie vor leidet das kleine Land am Mittelmeer jedoch unter einer tiefgreifenden Krise.

Titelfoto: eddybittar/123RF

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