Lebenslange Haft für Italiens Mafia-Boss, obwohl er noch immer gesucht wird

Rom - Sein Vorstrafenregister ist wahrscheinlich genauso groß wie die Macht, die er über Jahrzehnte über Italiens Unterwelt ausübte. Nun wurde der Mafiosi Matteo Messina Denaro verurteilt.

Italiens Ordnungshüter sind immer noch auf der Suche nach dem Mafia-Paten (Symbolbild).
Italiens Ordnungshüter sind immer noch auf der Suche nach dem Mafia-Paten (Symbolbild).  © Roberta Basile/Pacific Press via Zuma Press/dpa

Italiens meistgesuchter Mafia-Boss Matteo Messina Denaro ist von einem Gericht in Sizilien zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der 58-Jährige gilt als mächtigster Mann der sizilianischen Mafia, auch wenn unklar ist, ob er die gesamte Cosa Nostra kontrolliert.

Das Gericht in der Stadt Caltanissetta verurteilte Denaro am Dienstagabend wegen seiner Beteiligung an Bombenanschlägen im Jahr 1992, bei denen die gegen die Mafia vorgehenden Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie weitere Menschen getötet wurden, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete.

Denaro ist 1993 untergetaucht und seither auf der Flucht. Er wurde in Abwesenheit verurteilt.

Angehörige Denaros Opfer erhalten Entschädigungen

Das Gericht habe den Angehörigen der Opfer außerdem Beträge zwischen 10.000 und 500.000 Euro zugesprochen, die drei Überlebenden der Bombenanschläge sollen 100.000 Euro bekommen, hieß es weiter.

Denaro gilt als Nachfolger des 2017 im Alter von 87 Jahren in einem italienischen Hochsicherheitsgefängnis gestorbenen Mafia-Paten Salvatore "Totò" Riina.

Die Polizei hat bereits Dutzende seiner Verwandten und Helfer festgenommen.

Titelfoto: Roberta Basile/Pacific Press via Zuma Press/dpa

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