Menschenrechtler zum Geburtstag von Chinas Kommunistischer Partei: "Kein Tag zum Feiern"

Von Andreas Landwehr

Peking - Zum 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas haben Menschenrechtler den Umgang mit den Tibetern scharf kritisiert. Tibet wurde 1950 kurz nach der Machtergreifung Mao Zedongs von China angegriffen und erobert.

Peking: Arbeiter bringen Blumen an einer Dekoration mit dem Logo der Kommunistischen Partei an.
Peking: Arbeiter bringen Blumen an einer Dekoration mit dem Logo der Kommunistischen Partei an.  © Andy Wong/AP/dpa

"Der 1. Juli 2021 ist kein Tag zum Feiern, und für die Tibeter gilt dies in ganz besonderem Maß", sagte Kai Müller von der Internationalen Kampagne für Tibet (ICT) am Mittwoch.

Seit der Besetzung Tibets sei die Partei für zahlreiche schwere Verbrechen verantwortlich. "Hunderttausende Tibeterinnen und Tibeter wurden getötet, ob 1959 beim tibetischen Volksaufstand oder bereits in den Jahren zuvor, als Peking das de facto unabhängige Tibet unterwarf, oder später während der sogenannten Kulturrevolution."

Die Verbrechen setzten sich bis heute fort und äußerten sich in dem totalitären Anspruch, die Tibeter unter Zwang "sinisieren" zu wollen.

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"Diese sollen sich der chinesischen Kultur assimilieren und der Herrschaft der KP unterwerfen, die sie auf diese Weise von ihrer Kultur und Religion trennen will", sagte Müller einer Mitteilung zufolge. "Wer widerspricht, wird verfolgt, muss mit Folter rechnen und um sein Leben fürchten."

Der Potala-Palast in Tibets Hauptstadt Lhasa.
Der Potala-Palast in Tibets Hauptstadt Lhasa.  © vogelsp/123RF

Die deutsche und internationale Politik müsse an Tibet erkennen, dass die KP Chinas "einen aggressiven Kurs verfolgt, der sich längst nicht mehr nur nach innen richtet".

Titelfoto: Andy Wong/AP/dpa

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