Schachgroßmeister und Freundin tot in Wohnung gefunden, überall liegen Luftballons

Moskau - Der ukrainische Schachgroßmeister Stanislav Bogdanovich (27) und seine Freundin Alexandra Vernigora (18), die ebenfalls professionelle Schachspielerin war, wurden am Donnerstag in ihrer Wohnung in Moskau tot aufgefunden.

Stanislav Bogdanovich gewann in der Ukraine und auch international etliche Schach-Turniere. (Symbolbild)
Stanislav Bogdanovich gewann in der Ukraine und auch international etliche Schach-Turniere. (Symbolbild)  © 123rf.com/Dzianis Apolka

Wie das ukrainische Sportportal sport.ua berichtet, bestätigten verschiedene Nutzer des Messaging-Dienstes Telegram sowie Quellen aus dem nahen Umfeld des Paares den tragischen Tod inzwischen.

Erste Ermittlungen ergaben, dass offenbar Lachgas dem Paar zum Verhängnis wurde. Spuren davon wurden in den Leichen gefunden, außerdem lagen um sie herum zahlreiche, mit Lachgas gefüllte Luftballons.

Der 27-jährige Bogdanovich stammte aus Odessa in der Ukraine, seine 18-jährige Lebenspartnerin aus der Region Odessa. Vor kurzem waren beide nach Moskau gezogen.

Stanislav Bogdanovich war ein angesehener Schachspieler, den sein Kollege, Landsmann und ebenfalls Großmeister Mikhail Golubev sogar als den "vielleicht talentiertesten in der gesamten Geschichte von Odessa" bezeichnete. 

2015 belegte er im Blitzschach Platz 8 der Weltrangliste. Außerdem war er mehrfacher  Champion in der Ukraine und Gewinner vieler internationaler Schachturniere.

Während eines Turniers ausgeraubt

Bogdanovich zeigte schon in jungen Jahren außergewöhnliches Talent und Begabung. Im vergangenen Jahr geriet er jedoch in die Schlagzeilen, als er im Sommer während eines Turniers ausgeraubt wurde: Unbekannte klauten aus seiner Wohnung in Odessa 25.000 Dollar.

Außerdem machte er vor kurzem bekannt, dass er nach einem Online-Schachspiel, in dem er für Russland gegen die Ukraine spielte und gewann, massiv beschimpft wurde. Es ist aber nicht geklärt, ob er auch ernstzunehmende Drohungen bekam.

Laut Staatsanwaltschaft gebe es keine Beweise dafür, dass es in der Wohnung einen Kampf oder Angriff auf das Paar gab. Daher wird angenommen, dass das Einatmen von Lachgas zum Ersticken durch Sauerstoffmangel führte. 

Lachgas wird oft als als Beruhigungsmittel genommen. Anscheinend haben die beiden Schachspieler es zu stark dosiert, was zu Atembeschwerden und einem Anstieg der Herzfrequenz und somit zum Tod geführt haben könnte.

Titelfoto: Screenshot Twitter/ChessBase India

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