Mutmaßlicher Terror-Anschlag laut Behörden in Litauen verhindert

Vilnius - In Litauen ist nach Angaben der Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr ein rechtsextremer Terrorakt verhindert worden.

Trotz Vermummung gelang es den Behörden, die Identität und den Aufenthaltsort des Mannes ausfindig zu machen.
Trotz Vermummung gelang es den Behörden, die Identität und den Aufenthaltsort des Mannes ausfindig zu machen.  © Lietuvos policija

Nach einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius vom Freitag haben die Polizei und der Staatssicherheitsdienst im Oktober 2019 einen Mann festgenommen, der einen Anschlag auf eine Bank verüben wollte. 

Der Verdächtigte, gegen den ein Strafverfahren eingeleitet wurde, soll der internationalen rechtsextremen Gruppe "Feuerkrieg Division" (FKD) angehören. 

Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. 

Der 1999 geborene Litauer hatte einen selbstgebauten Sprengsatz am Gebäude des Geldinstituts angebracht und mit schwarzer Farbe unter anderem ein Hakenkreuz an die Mauer gesprüht. 

Trotz Vermummung gelang es den Behörden, die Identität und den Aufenthaltsort des Mannes ausfindig zu machen. 

Bei seiner Festnahme seien gebrauchsfertiger Sprengstoff und chemische Substanzen zur Herstellung von Bomben sichergestellt worden. Auch rechtsextreme und nationalsozialistische Literatur und Symbole wurden den Angaben zufolge beschlagnahmt. 

Der nicht explodierte Sprengsatz wurde von einer Spezialeinheit entschärft. Nach einer Analyse von Polizeiexperten enthielt die Bombe sechs Kilogramm Sprengstoff, Drähte, einen Zeitmechanismus und andere Elemente zur Detonation. Sie hätte eine Sprengkraft von rund 2,5 Kilogramm TNT gehabt haben, wie die Behörden mitteilten. 

Der Verdächtigte, der nach Polizeiangaben seine Schuld nicht bestreitet, habe sich seine Kenntnisse zum Bau von Bomben im Darknet angeeignet. 

Die rechtsterroristische "Feuerkrieg Division" geriet zuletzt auch in Estland in den Fokus von Ermittlern. Im April hatte die estnische Sicherheitspolizei einen 13-jährigen Esten identifiziert, der als einer der Anführer der weltweit und auch in Deutschland aktiven Gruppierung gilt. Dies berichteten die estnische Wochenzeitung "Eesti Ekspress" und der "Spiegel".

Titelfoto: Lietuvos policija

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