Nach Diebstahl heiliger Figuren: Tempelräuber durchlebten Todesangst

Delhi (Indien) - Anfang Mai brachen Diebe in einen heiligen Ort in ein. Sie hatten es auf wertvolle Götterstatuen abgesehen. Jetzt brachten die Tempelräuber die Beute überraschend zurück. War es die Angst vor göttlicher Strafe?

14 heilige Statuen wurden von unbekannten Tätern aus einem Tempel gestohlen. Doch das Diebesgut brachte den Tempelräubern kein Glück.
14 heilige Statuen wurden von unbekannten Tätern aus einem Tempel gestohlen. Doch das Diebesgut brachte den Tempelräubern kein Glück.  © 123rf/Konstantin Akimov

Die Priester im nordindischen Chitrakoot müssen fassungslos gewesen sein, als sie am 9. Mai ihren Tempel betraten.

Denn zuvor sind Unbekannte in die ehrwürdigen Hallen, die einer Inkarnation des Gottes Vishnu geweiht sind, eingebrochen. Dort hatten sie in der Nacht zuvor 16 heilige Statuen gestohlen. Ihr Wert kann nicht mit Geld oder Gold bemessen werden.

Denn diese Figuren waren nicht nur sehr alt und somit historisch wertvoll, sie wurden auch aus einem besonders wertvollen Material gefertigt: "Ashtadhatu", einer Silber-schimmernden Legierung, die in Indien nur für die heiligsten religiösen Objekte benutzt werden darf.

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Wie die indische Zeitung "India Today" berichtet, waren die 16 Figuren jeweils fünf Kilogramm schwer. Es muss also eine Bande gewesen sein, die in den Tempel eingebrochen ist.

Doch niemand konnte Angaben zu den Tätern machen, niemand hatte etwas gesehen.

Die Polizei tappte sechs Tage lang im Dunkeln.

Für viele Menschen in Indien war der Diebstahl ein Sakrileg

Täter bekamen offenbar Angst vor göttlicher Strafe

Reumütig brachten die Diebe die unbezahlbaren Statuen zurück und baten um Vergebung für ihre Tat.
Reumütig brachten die Diebe die unbezahlbaren Statuen zurück und baten um Vergebung für ihre Tat.  © 123rf/photofra

Wenige Tage später folgte dann eine überraschende Wendung. Als der Hauptpriester des Tempels am Morgen vor seine Tür trat, fand er einen Korb, in welchem sich die gestohlenen Figuren befanden.

Auch ein Brief lag dabei, geschrieben von den reumütigen Tempelräubern.

"Times of India" hat den Inhalt übersetzt, darin heißt es: "Wir leiden unter Albträumen seit wir den Diebstahl begangen haben und waren nicht in der Lage, zu schlafen, zu essen und friedlich zu leben. Wir haben genug von den schrecklichen Träumen und geben Ihnen die Kostbarkeiten zurück."

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Sie baten den Priester sogar, die Statuen wieder an ihren angestammten Platz zu stellen. Zu groß war offenbar ihre Angst vor göttlicher Strafe.

Auf Social Media zeigen viele Menschen in Indien ihre Erleichterung, dass das Diebesgut nun wieder zurückgekehrt ist.

Es bleibt zu hoffen, dass die Diebe ihre Lektion gelernt haben.

Titelfoto: 123rf/photofra

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