Nach Kritik an J.K Rowling: Daniel Radcliffe meldet sich zu Wort

Großbritannien - Nachdem sich die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling (54) mit einem Tweet erneut bei der LGBTQ-Community unbeliebt gemacht hatte (TAG24 berichtete), äußerte sich jetzt der Film-Harry-Potter, Daniel Radcliffe (30), höchstpersönlich zu dem Fauxpas.

Daniel Radcliffe (30). (Archivbild)
Daniel Radcliffe (30). (Archivbild)  © dpa/AP/Invision/Willy Sanjuan

Zur Diskussion steht, dass J.K. Rowling auf Twitter behauptet hatte, dass ausschließlich Frauen menstruieren. Das missfiel der LGBTQ-Community, die nicht lange zögerte und die Autorin für ihre Behauptung anprangerte. Schließlich würden auch Trans-Männer menstruieren.

Einer der Höhepunkte des Streits war der Tweet der LGBTQ-Aktivisten GLAAD, die sich explizit an die Harry-Potter-Fans wandte: "Wir stehen mit den Trans-Jugendlichen, insbesondere zu den Harry-Potter-Fans, die durch ihre (J.K. Rowlings) ungenauen und grausamen Tweets verletzt wurden."

Nicht über Twitter, wo sich J.K. Rowling später mehrfach versuchte zu erklären, sondern in einem Blog-Beitrag über "The Trevor Project", einer LGBTQ-Selbstmordpräventions-Organisation, meldete sich am Montag der Schauspieler Daniel Radcliffe zu Wort.

Vielleicht wählte der Schauspieler damit tatsächlich die bessere Plattform, um sich zu so einem emotional aufgeladenen und scheinbar heiklen Thema zu äußern. 

Daniel Radcliffe, der seit Langem das Trevor Project unterstützt, betont zunächst, dass er keinen Streit mit Rowling habe, dennoch fühle er sich gezwungen, jetzt etwas zu sagen: 

"Transsexuelle Frauen sind Frauen. Jede gegenteilige Aussage löscht die Identität und Würde von Transgender-Personen aus und widerspricht allen Ratschlägen, die von professionellen Vereinigungen des Gesundheitswesens gegeben werden, die weitaus mehr Fachwissen zu diesem Thema haben als Jo oder ich", so der 30-Jährige. 

Wegen dieses Tweets entfachte der Streit

Diskriminierung und Harry Potter

J.K. Rowling (54). (Archivbild)
J.K. Rowling (54). (Archivbild)  © dpa/AP/Invision/Evan Agostini

Laut dem Projekt würden 78 Prozent der transgender und nichtbinären Jugendlichen noch immer diskriminiert, deshalb sei es klar, dass noch mehr getan werden müsse, um sie mehr zu unterstützen und "keinen weiteren Schaden anzurichten", fährt der Schauspieler fort.

Er selbst lerne immer noch, wie er ein besserer "Verbündeter" sein kann. Eine Hilfe für den richtigen Umgang mit dem Thema "Trans" gibt ein Leitfaden des Projektes, wirbt Radcliffe. Ein kleiner Hinweis an J.K. Rowling?

Anschließend wandte er sich noch direkt an die Harry-Potter-Fans, die vermutlich, betroffen oder nicht, besonders entsetzt von solchen Äußerungen einer Autorin sind, deren Bücher sie begleitet und geprägt haben.

"Für alle Menschen, die jetzt das Gefühl haben, dass ihre Erfahrungen mit den Büchern getrübt oder vermindert sind, tut es mir zutiefst leid, dass diese Kommentare Euch Schmerz bereitet haben. Ich hoffe wirklich, dass Ihr das, was in diesen Geschichten für Euch wertvoll war, nicht völlig verliert."

Und weiter: "Wenn Ihr in diesen Geschichten etwas gefunden habt, das mit Euch mitschwingt und Euch zu irgendeinem Zeitpunkt in Eurem Leben geholfen hat - dann ist das zwischen Euch und dem Buch, das Ihr lest, und es ist heilig. Und meiner Meinung nach kann das niemand anfassen. Es bedeutet für Euch, was es für Euch bedeutet, und ich hoffe, dass diese Kommentare das nicht zu sehr beflecken."

Titelfoto: dpa/AP/Invision/Evan Agostini, dpa/AP/Invision/Willy Sanjuan

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