Leihmutterschaft: Kind darf nicht als "leiblich" eingetragen werden

Straßburg (Frankreich) - Frankreich hat einer Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichts (EGMR) zufolge einem Ehepaar die Eintragung ihrer von einer Leihmutter geborenen Tochter als leibliches Kind verweigert. 

In Frankreich darf ein Paar ihre Tochter, die von einer Leihmutter geboren wurde, nicht als leiblich eintragen lassen. (Symbolbild)
In Frankreich darf ein Paar ihre Tochter, die von einer Leihmutter geboren wurde, nicht als leiblich eintragen lassen. (Symbolbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene

Das Ehepaar habe durch eine Adoption die legale elterliche Beziehung zu dem Mädchen herstellen können, erklärte der Gerichtshof in Straßburg am Donnerstag die Entscheidung.  Dies sei ausreichend und deshalb das Recht auf Privat- und Familienleben des Ehepaars nicht verletzt.

Leihmutterschaft ist in Frankreich - genau wie in Deutschland - illegal. Das Mädchen war EGMR-Unterlagen zufolge 2012 von einer ukrainischen Leihmutter geboren worden. 

Genetisch ist das Kind die Tochter des französischen Ehepaars. Dieses wollte das Mädchen als leibliches Kind bei den französischen Behörden eintragen lassen, die das wegen der Leihmutterschaft aber ablehnten. 

Die Eltern zogen vor Gericht. 

Die französischen Gerichte entschieden, dass das Paar das Kind adoptieren könne, als leibliche Mutter auch die Leihmutter eingetragen werden müsse.

Die französische Nationalversammlung erwägt derzeit ein Gesetz, das es Eltern eines durch Leihmutterschaft geborenen Kindes ermöglichen soll, bei der Geburt als leibliche Eltern registriert zu werden. 

Der EGMR mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat und ist kein EU-Gericht.

Titelfoto: dpa/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene

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