Nächster Angriff auf Kremlkritiker: Schwer verletzter Journalist interviewte Nawalny

Moskau – In Moskau ist der kremlkritische Aktivist und Journalist Jegor Schukow bei einem Angriff schwer verletzt worden.

Der Fall Nawalny ist noch in aller Munde. Nun gibt es einen nächsten schweren Angriff auf einen Kremlkritiker.
Der Fall Nawalny ist noch in aller Munde. Nun gibt es einen nächsten schweren Angriff auf einen Kremlkritiker.  © Pavel Golovkin/AP/dpa

Der 22-Jährige musste wegen Platzwunden im Gesicht und wegen Verdachts auf ein Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus, wie der Radiosender Echo Moskwy am Montag berichtete.

Schukow, der in Russland ein bekannter Blogger ist, arbeitet für den Sender, nachdem ihm der Staat verboten hatte, selbst weiter einen Videokanal im Internet zu betreiben. Seine Sendungen haben hohe Einschaltquoten. 

So interviewte Schukow den Oppositionsführer Alexej Nawalny, der nun wegen schwerer Vergiftungserscheinungen in Berlin in der Charité behandelt wird.

Schukows Team veröffentlichte in den sozialen Netzwerken Bilder von den Verletzungen. Demnach wurde weiter auf den Kopf des jungen Mannes eingeschlagen, als er schon am Boden lag. Schukow erstattete nach Angaben des Echo-Moskwy-Chefredakteurs Alexej Wenediktow Anzeige bei der Polizei. 

Zwei unbekannte Männer sollen dem Aktivisten am Sonntag nach einer Sendung vor seiner Wohnung aufgelauert und ihn dann zusammengeschlagen haben.

Vorsicht! Im Gesicht von Journalist Jegor Schukow ist viel Blut zu sehen

Schukow wegen Oppositionsprotesten auf Bewährung

Immer wieder kommt es in Russland zu schweren Angriffen auf Andersdenkende, die kaum je aufgeklärt werden. Schukow gilt als talentierter und extrem schlagfertiger politischer Kopf. Er hatte auch einmal gesagt, dass er russischer Präsident werden wolle. Er ist ein scharfer Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin und steht beispielhaft für eine Politisierung der Jugend in Russland.

Schukow war im vorigen Jahr als Student auch bei Oppositionsprotesten in Erscheinung getreten. 

Ein Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren Haft auf Bewährung und untersagte ihm, für zwei Jahre eigene Webseiten im Internet zu betreiben. 

Der Sender Echo Moskwy nahm ihn danach in die Redaktion auf.

Titelfoto: Pavel Golovkin/AP/dpa ; Screenshot/Intagram Therealzhukov

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