Niemann bricht nach Schummel-Vorwürfen Interview ab: Werde "nicht nachgeben"

St. Louis (USA) - Der unter Betrugsverdacht stehende Schachgroßmeister Hans Niemann (19) ist kurz nach dem Erscheinen eines Untersuchungsberichts bei den US-Meisterschaften in St. Louis/Missouri zu seinem Erstrundenspiel angetreten. Nach dem souveränen Sieg gegen den 15-jährigen Christopher Yoo gab er eine kurze Stellungnahme ab, Nachfragen ließ er nicht zu und brach das Interview dann ab.

Erstmalig äußerte sich Hans Niemann (19) gegen die schweren Betrugs-Vorwürfe. Viel sagte er jedoch nicht.
Erstmalig äußerte sich Hans Niemann (19) gegen die schweren Betrugs-Vorwürfe. Viel sagte er jedoch nicht.  © Instagram/Hans Niemann

"Dieses Spiel ist eine Botschaft an alle. Alles hat damit angefangen, dass ich gesagt habe, dass Schach für sich selbst spricht. Ich denke, diese Partie hat für sich selbst gesprochen. Sie hat den Schachspieler gezeigt, der ich bin", sagte der 19-jährige US-Amerikaner.

Die Partie habe zudem verdeutlicht, dass er nicht nachgeben und bei dem Turnier sein bestes Schach spielen werde. "Egal, unter welchem Druck ich stehe. Das ist alles, was ich über diese Partie zu sagen habe. Schach spricht für sich selbst. Das ist alles, was ich sagen kann."

Auf Nachfragen des Moderators zum Spiel ging er nicht ein, sondern beendete das Gespräch: "Tut mir leid, das war's. Sie können das interpretieren, wie sie wollen. Das ist alles, was ich sagen möchte. Das war so ein schönes Spiel, das muss ich nicht beschreiben."

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Zuvor hatte die Schachplattform chess.com davon berichtet, dass Niemann "wahrscheinlich in mehr als 100 Online-Schachpartien" geschummelt haben soll. Den Angaben des Berichts zufolge soll Niemann zuletzt im Jahr 2020 betrogen haben.

"Wir bezweifeln nicht, dass Hans ein talentierter Spieler ist, aber wir stellen fest, dass seine Ergebnisse statistisch gesehen außergewöhnlich sind", heißt es dem 20-seitigen Bericht mit Anhängen.

Auch vom norwegischen Weltmeister Magnus Carlsen wird Niemann Betrug vorgeworfen, erste konkrete Anschuldigungen hatte es Ende September gegeben. Zuvor war Carlsen im Rahmen eines hochkarätig besetzten Onlineturniers auf Niemann getroffen und hatte die Partie nach einem Zug kommentarlos beendet.

Niemann hatte bereits zugegeben, im Alter von 12 und 16 Jahren bei virtuellen Turnieren zweimal betrogen zu haben. Das soll es laut ihm aber gewesen sein.

Titelfoto: Instagram/Hans Niemann

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