Nordkoreanisches Paar flüchtet aus Corona-Quarantäne und wird erschossen

Ryanggang (Nordkorea) - Das Regime unter Kim Jong-un hat erneut Menschenleben auf dem Gewissen. An der Grenze zu China wurde ein Paar im Alter von circa 50 Jahren bei einem Fluchtversuch von Soldaten hingerichtet.

Dieses undatierte Foto zeigt Machthaber Kim Jong-un während eines Treffens der Militärkommission der Arbeiterpartei.
Dieses undatierte Foto zeigt Machthaber Kim Jong-un während eines Treffens der Militärkommission der Arbeiterpartei.  © -/KCNA/dpa

Mehrere südkoreanische Medien berichten von dem Ehepaar, das sich aufgrund von Corona-Maßnahmen in Quarantäne befunden haben soll.

Womöglich waren die Lebensbedingungen während der Isolation für das Paar nicht mehr hinnehmbar, sodass es sich dazu entschloss, nach China zu flüchten.

Der Mann und die Frau hätten fast Erfolg gehabt, doch kurz vor der Grenze wurden sie in der Provinz Ryanggang festgenommen und wenig später von einem Exekutionskommando ohne vorhergehenden Gerichtsprozess erschossen.

Unklar ist das Schicksal eines 14 Jahre alten Schülers, der das Paar begleitete. 

Er soll der Neffe der Frau gewesen sein, sein Vater floh bereits Monate zuvor nach Südkorea und bat seine Schwester wahrscheinlich darum, ihm seinen Sohn zu bringen.

Möglicherweise wurde er in eines der berüchtigten Internierungslager für politische Gefangene gebracht.

Ein anonymer Beobachter aus Südkorea äußerte gegenüber Daily Star, dass das Trio die Flucht durchaus hätte schaffen können, wenn die Grenze nicht aufgrund der Corona-Pandemie stärker bewacht gewesen wäre. Schockierte Anwohner sollen die Schüsse der Soldaten gehört haben.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un machte zuletzt vor allem wegen der Spekulationen um seinen Gesundheitszustand auf sich aufmerksam. Durch das Regime dringen aktuelle Informationen über den Machthaber kaum nach außen.

Titelfoto: -/KCNA/dpa

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