Von Albert Otti und Jennifer Schneider
Elsbethen (Österreich) - Nachdem drei Nonnen ihr ehemaliges Kloster in Elsbethen (Salzburg) besetzten und ihren Alltag auf dem Instagram-Kanal "nonnen_goldenstein" teilten, sorgte dies für ordentlich Wirbel. Trotz der rebellischen Aktion sollen die über 80-Jährigen dort weiter wohnen bleiben dürfen. Ihr Aufenthalt ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft - für das Trio unakzeptabel.
Im Winter 2023 wurden die letzten drei Goldenstein-Nonnen unfreiwillig ausquartiert. Anfang September verließen Schwester Rita, Schwester Regina und Schwester Bernadette ihr zugewiesenes Altersheim, weil sie dort nicht länger leben wollten.
Die Instagram-Stars verschafften sich Zutritt zum leerstehenden Kloster im Schloss Goldenstein bei Salzburg, wo sie zuvor jahrzehntelang gewohnt und in der Klosterschule gearbeitet hatten.
Die betagten Ordensschwestern hatten zuletzt ein Angebot zum Verbleib im Schloss "Goldenstein" aus juristischen Gründen abgelehnt. Nun will der zuständige Stiftsleiter, Propst Markus Grasl, die Angelegenheit vom Vatikan entscheiden lassen, wie sein Sprecher der Deutsche Presse-Agentur sagte.
Der kirchliche Amtsträger werde die für Ordensangelegenheiten zuständige Vatikanbehörde einschalten, sagte der Sprecher.
Grasl habe alle Wünsche der über 80-jährigen Nonnen berücksichtigt, doch die hätten den Vorschlag kategorisch zurückgewiesen. "Was soll man ihnen noch geben, noch ermöglichen?", fragte sich der Sprecher.
Sie sollen ihren Social-Media-Kanal aufgeben: Instagram-Nonnen weisen "Nebelvertrag" von sich
Das Trio geriet mit der Besetzung und ihrer internationalen Medienpräsenz in Konflikt mit Grasl. Diese Woche ließ er ihnen eine geplante Vereinbarung zur Lösung des Streits zukommen.
In dem Dokument, das der Deutschen Presse Agentur vorliegt, sagte er unter anderem zu, dass sie bis auf Weiteres in Goldenstein wohnen könnten.
Laut einer Stellungnahme, die von einer Sprecherin und Helferin der Nonnen verbreitet wurde, lehnten die drei Ordensschwestern den Vorschlag ab. Das Dokument habe "den Charakter eines Knebelvertrages", hieß es.
So müssten die Frauen etwa alle Aktivitäten in sozialen Medien einstellen. Dazu gehört ein Instagram-Kanal, der mittlerweile rund 113 000 Mal abonniert wurde.
Die Ordensfrauen, die auch rechtlich gegen die Kirche vorgegangen waren, sollen zudem alle juristischen Schritte unterlassen und sich von ihrem Anwalt trennen.