Pfarrer lässt Kinder spielen, Nachbarn sind genervt: Polizei reagiert genau richtig

Rom - Kinderlärm, wie schrecklich! Das dachten sich wohl einige Bewohner eines Hauses in der Nähe der Pfarrei "Santa Maria Immacolata di Lourdes" in Rom. Sie riefen die Polizei.

Kinder, die beim Spielen auch noch Lärm machten - das war für einige Leute in der Nachbarschaft zu viel. (Symbolbild)
Kinder, die beim Spielen auch noch Lärm machten - das war für einige Leute in der Nachbarschaft zu viel. (Symbolbild)  © 123rf.com/Radist

Die Geschichte begann am Montagabend um 19.30 Uhr. Weil laute Musik, Geräusche und Jubelschreie zu hören waren, hatten Leute aus der direkten Nachbarschaft schließlich die Faxen dicke und wollten die fröhliche Sause durch die Carabinieri stoppen lassen.

Dabei treffen sich die Jugendlichen, von denen am Montag rund hundert da waren, regelmäßig in der Pfarrkirche im römischen Quartier Aurelio, um miteinander Zeit zu verbringen.

Wie "Roma Today" berichtet, sei beim Eintreffen der Polizisten eine der Beschwerdeführerinnen besonders "aggressiv" aufgetreten, um ihrem Ärger über die Ruhestörung Luft zu machen.

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Aus aller Welt Mann lässt Brunnen in seinen Garten graben: Auf einmal ist er steinreich!

Der Forderung der Frau, den Lärmpegel zu drosseln, wäre Pfarrer Carmine Salvatore Cipolla auch gern nachgekommen.

Der Geistliche erklärte: "Es waren mehr als hundert Kinder und Jugendliche da. Ich habe versucht, der Dame zu erklären, was wir machen. Aber sie wollte keine Gründe hören."

Dann ließ er die Kinder weiterspielen. Doch das blieb nicht ohne Folgen.

Solidarität aus der ganzen Nachbarschaft

Wegen "Störung des öffentlichen Friedens" wurde Pater Salvatore von den Streifenpolizisten zu einer Geldstrafe in Höhe von 350 Euro verdonnert. Dafür hatte der Gottesmann sogar Verständnis: "Es war klar, dass sie in Ausübung ihrer Pflicht nicht anders konnten." Und: "Das Gesetz ist für alle gleich." Zum Bezahlen bekam er 60 Tage lang Zeit.

Doch nachdem die Beamten der örtlichen Polizei aufs Revier zurückgekehrt waren, geschah etwas ganz Wunderbares! Die Polizisten, von denen viele selbst Eltern sind, starteten eine Sammlung und bekamen genau die benötigten 350 Euro zusammen.

"Ich wurde ins Pfarrbüro gerufen, vom Pfarrer aus Riccia", fuhr Pater Salvatore fort. "Man sagte mir, dass einer der Polizisten privat und als Vater zu mir kommen würde, um mir das Geld für die Geldstrafe zu bringen, die sie am Vortag verhängen mussten."

Die Geschichte mit Happy End kommentierte der Pfarrer: "Ich bin gerührt und sprachlos (...). Ich habe viel Solidarität aus der ganzen Nachbarschaft erfahren. Jeder kennt die tolle Aufklärungsarbeit, die die Pfarrei in der Umgebung seit 43 Jahren leistet, und deshalb hat das Gute mehr Lärm gemacht als diese unangenehme Begebenheit. Das Gute gewinnt am Ende immer."

Titelfoto: 123rf.com/Radist

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