Bolsonaro muss Kollegen feuern, der Geld in seiner Unterhose versteckt hat

Brasília - Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat einen Verbündeten im Senat seines Amtes enthoben - laut brasilianischen Medienberichten nach dem Fund von mutmaßlich veruntreutem Geld in dessen Unterwäsche.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro muss einen korrupten Senator entlassen, der Geld veruntreut haben soll, das für den Kampf gegen Corona bestimmt war.
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro muss einen korrupten Senator entlassen, der Geld veruntreut haben soll, das für den Kampf gegen Corona bestimmt war.  © Andre Borges/dpa

Die Entlassung geht aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung vom Donnerstag hervor, wonach der Senator Francisco Rodrigues selbst darum gebeten habe.

Die Bundespolizei PF hatte bei Rodrigues, Senator für den Bundesstaat Roraima und stellvertretender Vorsitzender der Regierungsfraktion im Senat, am Mittwoch einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehl ausgeführt.

Bei der Operation der PF ging es um öffentliche Gelder, die für den Gesundheitssektor gegen das Coronavirus bestimmt waren und abgezweigt worden sein sollen. 

Der brasilianischen Zeitschrift "Crusoé" zufolge versuchte Rodrigues rund 30.000 Reais, umgerechnet etwa 4500 Euro, Bargeld zu verstecken - einen Teil davon in seiner Unterhose, "zwischen den Pobacken".

Laut Präsident Bolsonaro gibt es in seiner Regierung keine Korruption

Die renommierte Zeitung "Folha de S. Paulo" bestätigte den Bericht. Das Nachrichtenportal "G1" zitierte einen Beamten, der angesichts eines "merkwürdigen Volumens am hinteren Teil der Kleidung" misstrauisch geworden sei.

In einer Erklärung in sozialen Netzwerken schrieb Rodrigues, er glaube an "die menschliche und göttliche Gerechtigkeit". Die Ermittler seien in sein Haus eingedrungen, wo er doch nur seine Arbeit gemacht habe. "Ich habe eine saubere Vergangenheit und ein anständiges Leben. Ich war nie in irgendwelche Skandale verwickelt."

Im Wahlkampf 2018 war Präsident Bolsonaro als Kämpfer gegen die Korruption angetreten. In der vergangenen Woche hatte er gesagt, die Ermittlungen zum größten Korruptionsskandal Lateinamerikas "Lava Jato" (Autowäscherei), hätten ihre Bedeutung verloren.

Denn dem Präsidenten zufolge gebe es keine Fälle von Korruption in seiner Regierung.

Titelfoto: Andre Borges/dpa

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