Premier zu Vergewaltigungen: Frauen sollen sich eben mehr anziehen

Islamabad - In Pakistan haben Aussagen des Ministerpräsidenten Imran Khan (68) über den angeblichen Zusammenhang zwischen Frauenkleidung und Vergewaltigungen für Entsetzen gesorgt.

Imran Khan (68) ist seit knapp drei Jahren der Premierminister von Pakistan.
Imran Khan (68) ist seit knapp drei Jahren der Premierminister von Pakistan.  © Richard Drew/AP/dpa

In einem Interview mit HBO Axios hatte Khan suggeriert, Männer würden zu sexuellen Verbrechen verleitet, wenn sich Frauen in Gesellschaften wie Pakistan, die sich von denen im Westen unterschieden, nicht sittsam kleideten.

Reema Omer (35), eine Anwältin und führende Aktivistin, nannte die Aussagen am Dienstag "enttäuschend" und "widerlich".

Wenn Frauen weniger Kleidung tragen, werde dies Auswirkungen auf Männer haben, sagte Khan in dem Interview, in dem er auch viele andere diplomatische und politische Themen kommentiert hatte. "Es sei denn, sie sind Roboter."

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Eine Sprecherin der Oppositionspartei PML-N sagte, die Aussagen spiegelten eine "kranke Mentalität" des Premiers gegenüber Frauen wider.

Die Senatorin Sherry Rahman (60) sagte, den Frauen die Schuld für abscheuliche Verbrechen zu geben, sei die schlimmste Reaktion.

Khan solle sich für seine Worte schämen.

Ministerpräsident Khan schon zuvor wegen sexistischer Aussagen in Kritik

Khan, ehemaliger Kricket-Star und lange Jahre als Playboy verschrien, hat schon im April mit gleichartigen Aussagen aufhorchen lassen. Im Vorjahr wurde er scharf kritisiert, nachdem er die Beförderung eines umstrittenen Polizeibeamten angeordnet hatte.

Dieser hatte einer Frau die Schuld für eine Gruppenvergewaltigung gegeben: Sie hätte nicht so spät am Abend alleine Auto fahren sollen.

Titelfoto: Richard Drew/AP/dpa

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