Prozess um mexikanischen Drogenbaron: Richter und Frau vor Kindern erschossen

Colima - Unbekannte sind in Mexiko in das Zuhause eines Bundesrichters eingedrungen und haben ihn und seine Ehefrau erschossen.

Eine mit rot gefärbte Puppe liegt auf der Straße. Die Puppe trug eine Drohnachricht, die an Drogenverkäufer adressiert war (Symbolbild).
Eine mit rot gefärbte Puppe liegt auf der Straße. Die Puppe trug eine Drohnachricht, die an Drogenverkäufer adressiert war (Symbolbild).  © Ernesto Alvarez/NOTIMEX/dpa

Der Vorfall ereignete sich am Dienstag in der westmexikanischen Stadt Colima, wie Mexikos Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. 

Der Richter Uriel Villegas Ortiz hatte bei Strafverfahren den Vorsitz geführt, in die Rubén Oseguera González alias "El Menchito", der Sohn des berüchtigten Kartell-Chefs Nemesio Oseguera Cervantes ("El Mencho"), involviert war.

Oseguera González wurde im Februar an die USA ausgeliefert. 

Sein Vater, Chef des mächtigen Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), ist wegen Drogenhandels in die USA und Morden in Mexiko einer der meistgesuchten Verdächtigen in den zwei Ländern. 

Das US-Außenministerium hat zehn Millionen Dollar für Informationen ausgelobt, die zu seiner Festnahme führen. 

Vor wenigen Tagen verbreiteten sich in Mexiko Berichte, Sicherheitskräfte hätten "El Mencho" getötet. 

Staatspräsident Andrés Manuel López Obrado wies dies am Montag zurück.

Gewalt in Mexiko zu großen Teilen durch Kartelle und kriminelle Banden

Den Angriff auf Villegas Ortiz und seine Frau überlebten die zwei jungen Töchter des Paares sowie eine Haushaltsangestellte. Medienberichten zufolge fielen dabei rund 20 Schüsse.

Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Colima zählt zu den am stärksten von der Gewalt betroffenen Gebieten.

Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind.

Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften.

Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet. 

Viele Richter erhalten Personenschutz.

Titelfoto: Ernesto Alvarez/NOTIMEX/dpa

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