"Religiöse Gefühle verletzt": Polizei in Warschau nimmt LGBT-Aktivistinnen fest

Warschau - Die Polizei in Warschau hat mehrere Aktivistinnen festgenommen, die Regenbogenfahnen der Bewegung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans-Menschen (LGBT) an Denkmälern aufgehängt hatten.

In Polen kommt es immer wieder zu Protesten der LGBT-Aktivistin. (Archivbild)
In Polen kommt es immer wieder zu Protesten der LGBT-Aktivistin. (Archivbild)  © Czarek Sokolowski/AP/dpa

"Wegen der Verletzung religiöser Gefühle und der Entehrung von Warschauer Denkmälern hat die Polizei erste Verdächtige festgenommen", teilte die Behörde am Dienstag in Warschau mit. 

Zur Zahl der Festgenommenen machte die Polizei keine Angaben. "Weitere Festnahmen sind nur eine Frage der Zeit" hieß es in dem Tweet.

In der vergangenen Woche waren Regenbogenfahnen, Anarchisten-Symbole und Statements an mehreren Denkmälern in der polnischen Hauptstadt aufgehängt worden, darunter auch an einer Jesus-Skulptur vor der Heilig-Kreuz-Kirche.

Nach Angaben der LGBT-Initiative "Stoppt den Blödsinn" (Stop Bzdurom) handelt es sich bei den Festgenommenen um zwei Frauen. Die Aktivistinnen sollen am Mittwoch vernommen werden, teilte die Initiative auf Facebook mit.

Die Organisation "Kampagne gegen Homophobie" kritisierte die Festnahmen. Die Regenbogenfahne sei keine Beleidigung, sagte Sprecherin Magdalena Swider der Deutschen Presse-Agentur in Warschau. "Ziel der Aktion ist es, Aktivisten einzuschüchtern".

Polens Präsident Duda: Mit homophoben Äußerungen profiliert

Die Rechte von sexuellen Minderheiten spielten in diesem Sommer eine prominente Rolle im polnischen Präsidentenwahlkampf. Der nationalkonservative Amtsinhaber Andrzej Duda (48) hatte sich im Wahlkampf mit homophoben Äußerungen profiliert. 

Unter anderem sagte er mit Blick auf Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender: "Man versucht uns einzureden, dass das Menschen sind. Aber es ist einfach nur eine Ideologie." 

Duda siegte in der Stichwahl am 12. Juli mit einem knappen Vorsprung vor seinem europafreundlichen Herausforderer Rafal Trzaskowski (48) und sicherte sich damit eine zweite Amtszeit.

Titelfoto: Czarek Sokolowski/AP/dpa

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